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IOCTL(2) Linux-Programmierhandbuch IOCTL(2)

ioctl - Gerät steuern

#include <sys/ioctl.h>

int ioctl(int fd, unsigned long request, …);

Der Systemaufruf ioctl() manipuliert die zugrundeliegenden Geräteparameter von Spezialdateien. Im Besonderen können viele Betriebscharakteristika von zeichenorientierten Spezialdateien (z. B. Terminals) durch ioctl-Aufrufe gesteuert werden. Das Argument fd muss ein geöffneter Dateideskriptor sein.

Das zweite Argument ist ein geräteabhängiger Aufrufkode. Das dritte Argument ist ein typloser Zeiger auf Speicher. Er ist traditionell char *argp (aus einer Zeit bevor void * gültiges C war) und wird für diese Diskussion so genannt.

In einem ioctl()-Aufruf ist kodiert, ob das Argument ein in- oder out-Parameter ist sowie die Größe des Argumentes argp in Byte. Makros und Definitionen, die in der Spezifikation eines ioctl()-Aufrufs benutzt werden, befinden sich in der Datei <sys/ioctl.h>.

Üblicherweise wird im Erfolgsfall Null zurückgegeben. Ein paar ioctl()-Aufrufe benutzen den Rückgabewert als Ausgabeparameter und geben bei Erfolg einen nicht negativen Wert zurück. Bei einem Fehler wird -1 zurückgegeben und errno entsprechend gesetzt.

EBADF
fd ist kein zulässiger Dateideskriptor.
EFAULT
argp referenziert einen Speicherbereich, auf den nicht zugegriffen werden kann.
EINVAL
Aufruf oder argp ist nicht gültig.
ENOTTY
fd ist nicht mit einem zeichenorientierten Spezialgerät verbunden.
ENOTTY
Der angegebene Aufruf passt nicht zur Art des Objekts, auf die sich der Dateideskriptor fd bezieht.

Kein einzelner Standard. Argumente, Rückgabewerte und Semantik von ioctl(2) variieren je nach angefragtem Gerätetreiber (der Aufruf wird als ein Allheilmittel für alle Operationen benutzt, die nicht sauber in das UNIX-Stream-E/A-Modell passen). Lesen Sie ioctl_list(2), um eine Liste von vielen der bekannten ioctl-Aufrufe zu erhalten. Der Systemaufruf ioctl erschien in Version 7 von AT&T UNIX.

Um diesen Aufruf zu benutzen, wird ein offener Dateideskriptor benötigt. Der Aufruf von open(2) hat oft unerwünschte Nebeneffekte, die unter Linux durch Angabe des Schalters O_NONBLOCK vermieden werden können.

execve(2), fcntl(2), ioctl_console(2), ioctl_fat(2), ioctl_ficlonerange(2), ioctl_fideduperange(2), ioctl_getfsmap(2), ioctl_iflags(2), ioctl_list(2), ioctl_ns(2), ioctl_tty(2), ioctl_userfaultfd(2), open(2), sd(4), tty(4)

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Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Martin Schulze <joey@infodrom.org>, Michael Piefel <piefel@debian.org>, Patrick Rother <krd@gulu.net>, Chris Leick <c.leick@vollbio.de>, Mario Blättermann <mario.blaettermann@gmail.com> und Dr. Tobias Quathamer <toddy@debian.org> erstellt.

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3. Mai 2017 Linux