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SYSTEMD-JOURNALD.SERVICE(8) systemd-journald.service SYSTEMD-JOURNALD.SERVICE(8)

systemd-journald.service, systemd-journald.socket, systemd-journald-dev-log.socket, systemd-journald-audit.socket, systemd-journald - Journal-Dienst

systemd-journald.service

systemd-journald.socket

systemd-journald-dev-log.socket

systemd-journald-audit.socket

/usr/lib/systemd/systemd-journald

Systemd-journald ist ein Systemdienst, der Protokollmeldungen sammelt und speichert. Es erstellt und verwaltet strukturierte, indizierte Journale, basierend auf den aus verschiedenen Quellen empfangenen Protokollmeldungen:

•Kernel-Protokollmeldungen (über kmsg)

•Einfache Systemprotokollmeldungen (über den libc-Aufruf syslog(3))

•Strukturierte Systemprotokollmeldungen über die native Journal-API, siehe sd_journal_print(3)

•Standardausgabe und Standardfehlerausgabe der Dienste-Units. Siehe unten für weitere Details.

•Audit-Aufzeichnungen, stammend aus dem Kernel-Audit-Subsystem

Der Daemon wird implizit sicher und unverfälschbar eine Reihe von Metadatenfeldern für jede Protokollnachricht sammeln. Siehe systemd.journal-fields(7) für weitere Informationen über die gesammelten Metadaten.

Die vom Journal gesammelten Protokolldaten sind vorwiegend textbasiert, können aber wo notwendig auch binäre Daten enthalten. Einzelne Felder, die einen Protokolldatensatz im Journal darstellen, dürfen bis zu 2^64-1 Byte groß sein.

Der Journal-Dienst speichert Protokolldaten entweder dauerhaft unter /var/log/journal oder in einer vergänglichen Art unter /run/log/journal/ (in letzterem Fall geht dies beim Systemneustart verloren). Standardmäßig werden Protokolldaten dauerhaft gespeichert, falls /var/log/journal/ während des Systemstarts existiert. Implizit wird auf vergängliche Speicherung andernfalls zurückgefallen. Verwenden Sie Storage= in journald.conf(5), um den Speicherort von Protokolldaten unabhängig von der Existenz von /var/log/journal/ zu konfigurieren.

Auf Systemen, auf denen /var/log/journal/ noch nicht existiert aber auf denen dauerhafte Protokollierung erwünscht ist (und die Standard journald.conf verwandt wird) reicht es aus, das Verzeichnis zu erstellen, und sicherzustellen, dass die Zugriffsmodi und der Eigentümer korrekt sind:

mkdir -p /var/log/journal
systemd-tmpfiles --create --prefix /var/log/journal

In journald.conf(5) finden Sie Informationen zur Konfiguration dieses Dienstes.

Der Systemd-Diensteverwalter ruft alle Diensteprozesse so auf, dass die Standardausgabe und der Standardfehler standardmäßig mit dem Journal verbunden sind. Dieses Verhalten kann mit den Unit-Dateieinstellungen StandardOutput=/StandardError= geändert werden, siehe systemd.exec(5) für Details. Das Journal konvertiert den auf diese Weise erhaltenen Protokoll-Byte-Strom in einzelne Protokolldatensätze. Der Strom wird bei Zeilenumbrüchen (»\n«, ASCII 10) und NUL Bytes getrennt.

Falls systemd-journald.service gestoppt wird, werden alle mit den Diensten zusammenhängende Dienste beendet. Um in diesen Fall höflich zu reagieren wird empfohlen, dass Programme, die in die Standardausgabe/den Standardfehler protokollieren, solche Fehler ignorieren. Falls der UNIX-Signal-Handler SIGPIPE nicht blockiert oder abgeschaltet ist, werden solche Schreibversuche auch dazu führen, dass solche Prozesssignale erstellt werden, siehe signal(7). Um diese Problem zu entschärfen, schaltet der Systemd-Diensteverwalter das Signal SIGPIPE für alle aufgerufenen Prozesse standardmäßig aus (dies kann für jede Unit individuell mit der Option IgnoreSIGPIPE= geändert werden, siehe systemd.exec(5) für Details). Nachdem die Standardausgabe/Standardfehler-Ströme beendet wurden, können sie nicht zurückgewonnen werden, bis die ihnen zugeordneten Dienste neu gestartet werden. Beachten Sie, dass im Normalbetrieb systemd-journald.service Kopien der Dateideskriptoren für diese Streams in dem Diensteverwalter speichert. Falls systemd-journald.service mit systemctl restart oder äquivalenten Aktionen statt dem Pärchen getrennter Befehle systemctl stop und systemctl start (oder äquivalenten Aktionen) neu gestartet wird, werden diese Stromverbindungen nicht beendet und überleben den Neustart. Daher ist es sicher, systemd-journald.service neuzustarten, aber das Stoppen wird nicht empfohlen.

Note that the log record metadata for records transferred via such standard output/error streams reflect the metadata of the peer the stream was originally created for. If the stream connection is passed on to other processes (such as further child processes forked off the main service process), the log records will not reflect their metadata, but will continue to describe the original process. This is different from the other logging transports listed above, which are inherently record based and where the metadata is always associated with the individual record.

Zusätzlich zu der impliziten Standardausgabe-/fehlerprotokollierung von Diensten ist die Stromprotokollierung auch über das Befehlzeilenwerkzeug systemd-cat(1) verfügbar.

Derzeit ist die Anzahl der parallelen Protokollströme, die systemd-journald akzeptiert, auf 4096 begrenzt. Wenn diese Grenze erreicht wird, können weitere Protokollströme etabliert werden, sie erhalten aber sofort EPIPE.

SIGUSR1
Dadurch werden die flüchtigen Daten in /run/ nach /var/ geschrieben, um diese dauerhaft zu speichern (sofern dies aktiviert ist). Dies muss nach dem Einhängen von /var/ geschehen, da ansonsten niemals Daten von /run/ nach /var/ geschrieben werden würden, unabhängig von der Konfiguration. Der Befehl journalctl --flush verwendet dieses Signal, um die Übertragung der Journaldateien anzuweisen und anschließend auf den Abschluss des Vorgangs zu warten. Details hierzu finden Sie in journalctl(1).

SIGUSR2

Dadurch wird die sofortige Rotation der Journaldateien angefordert. Der Befehl journalctl --rotate verwendet dieses Signal, um das Rotieren der Journaldateien anzufordern.

SIGRTMIN+1

Dadurch wird angefordert, dass alle ungeschriebenen Protokolldaten auf Platte geschrieben werden. Der Befehl journalctl --sync verwendet dieses Signal, um die Journalsynchronisation auszulösen und wartet dann, dass diese Aktion abgeschlossen wird.

Einige Konfigurationsparameter von journald.conf können auf der Befehlszeile außer Kraft gesetzt werden:

systemd.journald.forward_to_syslog=, systemd.journald.forward_to_kmsg=, systemd.journald.forward_to_console=, systemd.journald.forward_to_wall=

Dies aktiviert/deaktiviert die Weiterleitung der gesammelten Protokollmeldungen in das Systemprotokoll, den Protokollpuffer des Kernels oder die »Wall« (Bildschirmmeldung in der Konsole).

In journald.conf(5) finden Sie Informationen zu diesen Einstellungen.

In der Voreinstellung gehören die Jornaldateien der Systemgruppe »systemd-journal« und sind von dieser Gruppe lesbar, aber schreibgeschützt. Das Hinzufügen eines Benutzers zu dieser Gruppe ermöglicht diesem somit, die Journaldateien zu lesen.

In der Voreinstellung erhält jeder angemeldete Benutzer seine eigenen Journaldateien in /var/log/journal/. Diese Dateien sind allerdings nicht Eigentum des jeweiligen Benutzers, damit vermieden wird, dass der Benutzer diese direkt ändert. Stattdessen wird durch Dateisystem-ACLs sichergestellt, dass der Benutzer lediglich Lesezugriff erhält.

Weiteren Benutzern und Gruppen kann über die Zugriffssteuerlisten (ACLs) des Dateisystems Zugriff auf die Journaldateien gewährt werden. Distributionsentwickler und Administratoren können beispielsweise mit folgendem Befehl die Dateien für alle Mitglieder der Systemgruppen »wheel« und »admin« lesbar machen:

# setfacl -Rnm g:wheel:rx,d:g:wheel:rx,g:adm:rx,d:g:adm:rx /var/log/journal/

Beachten Sie, dass dieser Befehl die ACLs sowohl für existierende Journaldateien als auch für zukünftige im Verzeichnis /var/log/journal/ angelegte Journaldateien ändert.

/etc/systemd/journald.conf
In dieser Datei wird das Verhalten von systemd-journald konfiguriert. Siehe journald.conf(5).

/run/log/journal/Maschinenkennung/*.journal, /run/log/journal/Maschinenkennung/*.journal~, /var/log/journal/Maschinenkennung/*.journal, /var/log/journal/Maschinenkennung/*.journal~

systemd-journald schreibt Einträge in Dateien mit der Endung ».journal« in den Verzeichnissen /run/log/journal/Maschinenkennung/ oder /var/log/journal/Maschinenkennung/. Beim unsauberen Beenden des Hintergrunddienstes oder wenn die gefundenen Dateien beschädigt sind, werden die Dateiendungen in ».journal~« umbenannt und systemd-journald schreibt in eine neue Datei. Wenn /var/log/journal nicht verfügbar ist oder wenn Storage=volatile in der Konfigurationsdatei journald.conf(5) gesetzt ist, wird /run/ verwendet.

Wenn Systemd-journald das Schreiben in eine Journal-Datei einstellt, wird diese in »Ursprungsname@Endung.journal« (oder »Ursprungsname@Endung.journal~«) umbenannt. Solche Dateien sind »archiviert« und es wird nicht mehr in sie geschrieben.

Im Allgemeinen ist es sicher, jede Journal-Datei zu lesen oder zu kopieren (aktiv oder archiviert). journalctl(1) und die Funktionen aus der Bibliothek sd-journal(3) sollten in der Lage sein, alle vollständig geschriebenen Einträege zu lesen.

Systemd-journald wird automatisch die ältesten archivierten Journal-Dateien entfernen, um die Plattenverwendung zu begrenzen. Siehe SystemMaxUse= und zugehörige Einstellungen in journald.conf(5).

/dev/kmsg, /dev/log, /run/systemd/journal/dev-log, /run/systemd/journal/socket, /run/systemd/journal/stdout

Sockets und andere Pfade, die im Dateisystem sichtbar sind und bei denen systemd-journald auf Nachrichten wartet. Zusätzlich zu diesen kann Journald mittels Netlink auf Auditereignisse warten.

systemd(1), journalctl(1), journald.conf(5), systemd.journal-fields(7), sd-journal(3), systemd-coredump(8), setfacl(1), sd_journal_print(3), pydoc systemd.journal

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Mario Blättermann <mario.blaettermann@gmail.com> und Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

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