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SYSTEMD.GENERATOR(7) systemd.generator SYSTEMD.GENERATOR(7)

systemd.generator - Systemd Unit-Generatoren

/Pfad/zum/Generator normales-Verz frühes-Verz spätes-Verz

/run/systemd/system-generators/*
/etc/systemd/system-generators/*
/usr/local/lib/systemd/system-generators/*
/usr/lib/systemd/system-generators/*

/run/systemd/user-generators/*
/etc/systemd/user-generators/*
/usr/local/lib/systemd/user-generators/*
/usr/lib/systemd/user-generators/*

Generatoren sind kleine Programme, die sich in /usr/lib/systemd/system-generators/und anderen oben aufgeführten Verzeichnissen befinden. systemd(1) führt solche Programme sehr früh beim Systemstart und zum Zeitpunkt des Neuladens der Konfiguration aus, — bevor Unit-Dateien geladen werden. Ihr Hauptzweck besteht in der Umwandlung von nicht nativer Konfiguration in dynamisch erstellte Unit-Dateien.

Jeder Generator wird mit drei Verzeichnispfaden, die für die Ausgabe der Generatoren verwandt werden, aufgerufen. In diesen drei Verzeichnissen dürfen Generatoren Unit-Dateien (reguläre, Instanzen sowie Vorlagen) und Teildateien für .d-Verzeichnisse erstellen und symbolische Links auf Unit-Dateien erstellen, um zusätzliche Abhängigkeiten zu erstellen, Aliase zu erstellen oder bestehende Vorlagen zu instantiieren.

Verzeichnispfade unterscheiden sich durch Priorität: …/generator.early hat höhere Priorität als die Administratorkonfiguration in /etc, während …/generator eine niedrigere Priorität als /etc, aber eine höhere als die der Lieferantenkonfiguration in /usr hat. …/generator.late hat eine niederigere Priorität als alle anderen Konfigurationen. Siehe den nächsten Abschnitt und die Diskussion von Unit-Ladepfaden und Unit-Außerkraftsetzungen in systemd.unit(5).

Generatoren werden aus einer Gruppe von Pfaden, wie oben aufgeführt, die während der Übersetzung bestimmt wird, geladen. System- und Benutzergeneratoren werden von Verzeichnissen mit Namen, die auf system-generators/ bzw. user-generators/ enden, geladen. Zuerst in den Verzeichnissen gefundene Generatoren setzen diejenigen, mit dem gleichen Namen in Verzeichnissen weiter hinten in der Liste stehen, außer Kraft. Ein Symlink auf /dev/null oder eine leere Datei kann zum Ausmaskieren eines Generators verwandt und damit dessen Ausführung verhindert werden. Bitte beachten Sie, dass die Reihenfolge der zwei Verzeichnisse mit der höchsten Priorität in Hinblick auf den Unit-Ladepfad invertiert ist und dass Generatoren in /run solche in /etc außer Kraft setzen.

Nach der Installation neuer Generatoren oder der Aktualisierung der Konfiguration darf systemctl daemon-reload ausgeführt werden. Dies löscht die vorherige, von den Generatoren erstellte Konfiguration, führt alle Generatoren erneut aus und führt dazu, dass systemd alle Units von Platte neu lädt. Siehe systemctl(1) für weitere Informationen.

Generatoren werden mit drei Argumenten aufgerufen: Pfade zu Verzeichnissen, in denen Generatoren ihre erstellten Unit-Dateien oder Symlinks ablegen können. Standardmäßig sind diese Pfade Laufzeitverzeichnisse, die im Suchpfad von systemd enthalten sind, aber zu Fehlersuchzwecken kann ein Generator mit anderen Pfaden aufgerufen werden.

1.normales-Verz

Bei normaler Verwendung ist dies /run/systemd/generator im Falle von Systemgeneratoren und $XDG_RUNTIME_DIR/generator im Falle von Benutzergeneratoren. Unit-Dateien, die in diesen Verzeichnissen abgelegt sind, haben vor der Lieferanten-Unit-Konfiguration Vorrang, aber nicht vor der nativen Benutzer-/Administrator-Unit-Konfiguration.

2.frühes-Verz

Bei normaler Verwendung ist dies /run/systemd/generator.early im Falle von Systemgeneratoren und $XDG_RUNTIME_DIR/generator.early im Falle von Benutzergeneratoren. Unit-Dateien, die in diesen Verzeichnissen abgelegt sind, setzen Unit-Dateien in /usr, /run und /etc außer Kraft. Dies bedeutet, dass Unit-Dateien, die in diesen Verzeichnissen abgelegt sind, Vorrang vor der gesamten normalen Konfiguration haben, sowohl von Lieferanten als auch vom Benutzer/Administrator.

3.spätes-Verz

Bei normaler Verwendung ist dies /run/systemd/generator.late im Falle von Systemgeneratoren und $XDG_RUNTIME_DIR/generator.late im Falle von Benutzergeneratoren. Dieses Verzeichnis kann dazu verwandt werden, den Unit-Dateibaum auszuweiten, ohne irgendeine andere Unit-Datei außer Kraft zu setzen. Jede vom Lieferanten oder vom Benutzer/Administrator bereitgestellte native Konfigurationsdatei hat Vorrang.

•Alle Generatoren werden parallel ausgeführt. Das bedeutet, alle Programme werden genau zur gleichen Zeit gestartet und müssen mit dieser Parallelisierung umgehen können.

•Generatoren laufen sehr früh beim Systemstart und können sich nicht auf irgendeinen externen Dienst verlassen. Sie dürfen mit keinem anderen Prozess kommunizieren. Dies betrifft einfache Dinge wie die Protokollierung nach syslog(3) oder systemd selbst (dies heißt: kein systemctl(1))! Nicht grundlegende Dateisysteme wie /var und /home werden nach dem Lauf der Generatoren eingehängt. Allerdings können sich die Generatoren darauf verlassen, dass die grundlegendsten Kernelfunktionalitäten vorhanden sind, darunter ein eingehängtes /sys, /proc, /dev, /usr.

•Von Generatoren geschriebene Units werden entfernt, wenn die Konfiguration neu geladen wird. Das heißt, die Lebensdauer der generierten Units hängt eng mit den Neuladezyklen von systemd selbst zusammen.

•Generatoren sollten nur zur Generierung von Unit-Dateien und Symlinks darauf verwandt werden, nicht für andere Arten von Konfiguration. Aufgrund der oben erwähnten Lebenszykluslogik sind Generatoren für die dynamische Konfiguration von anderen Diensten unpassend. Falls Sie dynamische Konfiguration für andere Dienste generieren müssen, erledigen Sie dies in normalen Diensten, die Sie vor dem in Frage kommenden Dienst anweisen.

•Da syslog(3) nicht verfügbar ist (siehe oben), müssen Protokollmeldungen stattdessen nach /dev/kmsg geschrieben werden.

•Es ist eine gute Idee, die Anweisung SourcePath= in generierten Unit-Dateien zu verwenden, um die Quellkonfigurationsdatei, aus der Sie die Unit generieren, festzulegen. Damit verstehen die Benutzer die Dinge leichter und dies hat auch den Vorteil, dass Systemd den Benutzer bezüglich Konfigurationsdateien, die sich auf Platte verändert haben, aber noch nicht von Systemd gelesen wurden, warnen kann.

•Generatoren dürfen dynamische Unit-Dateien schreiben oder mit den normalen Symlinks .wants/ oder .requires/ Unit-Dateien in andere Unit-Dateien einhängen. Oft ist es es besser, einfach eine Instanz einer Vorlagen-Unit-Datei aus /usr mit einem Generator zu erzeugen, statt komplett dynamische Unit-Dateien zu schreiben. Natürlich funktioniert dies nur, falls ein einzelner Parameter verwandt werden soll.

•Falls Sie vorsichtig sind, können Sie Generatoren in Shell-Skripten implementieren. Wir empfehlen allerdings C-Code, da Generatoren synchron ausgeführt werden und daher den Systemstart verzögern können, falls sie langsam sind.

•Bezüglich der Semantik beim Außer-Kraft-Setzen: Es gibt zwei Regeln, denen wir zu folgen versuchen, wenn wir über die Semantik beim Außer-Kraft-Setzen nachdenken:

1.Benutzerkonfiguration sollte die Lieferantenkonfiguration außer Kraft setzen. Das bedeutet (hauptsächlich), dass Zeug aus /etc Zeug aus /usr außer Kraft setzen sollte.

2.Native Konfiguration sollte nicht native Konfiguration außer Kraft setzen. Das bedeutet (hauptsächlich), dass von Ihnen generiertes Zeug niemals native Unit-Dateien für den gleichen Zweck außer Kraft setzen sollte.

Von diesen Regeln ist die erste die wichtigere und bricht manchmal die zweite. Daher sollte die Vorgabewahl bei der Entscheidung, ob Sie argv[1], argv[2] oder argv[3] verwenden, wahrscheinlich argv[1] sein.

•Statt jetzt loszulegen und alle möglichen Arten von Generatoren für veraltete Konfigurationsdateiformate zu schreiben, denken Sie bitte zwei Mal nach! Es ist oft besser, das alte Zeug als veraltet zu markieren, statt es künstlich am Leben zu erhalten.

Beispiel 1. systemd-fstab-generator

systemd-fstab-generator(8) konvertiert /etc/fstab in native Einhänge-Units. Es verwendet argv[1] als Ablageort der generierten Unit-Dateien, um dem Benutzer zu erlauben, /etc/fstab mit seinen eigenen nativen Unit-Dateien außer Kraft zu setzen, aber um auch sicherzustellen, dass /etc/fstab jede Lieferantenvorgabe aus /usr außer Kraft setzt.

Nach der Bearbeitung von /etc/fstab sollte der Benutzer systemctl daemon-reload aufrufen. Dies wird alle Generatoren erneut ausführen und systemd veranlassen, alle Units von Platte neu zu laden. Um tatsächlich neue Verzeichnisse zu Fstab hinzuzufügen, können systemctl start /Pfad/zum/Einhängepunkt oder systemctl start local-fs.target verwandt werden.

Beispiel 2. systemd-system-update-generator

systemd-system-update-generator(8) leitet default.target temporär auf system-update.target um, falls eine Systemaktualisierung angesetzt ist. Da dies die Vorgabebenutzerkonfiguration für default.target außer Kraft setzen muss, verwendet es argv[2]. Für Details zu dieser Logik lesen Sie bitte systemd.offline-updates(7).

Beispiel 3. Fehlersuche in einem Generator

dir=$(mktemp -d)
SYSTEMD_LOG_LEVEL=debug /usr/lib/systemd/system-generators/systemd-fstab-generator \
        "$dir" "$dir" "$dir"
find $dir

systemd(1), systemd-cryptsetup-generator(8), systemd-debug-generator(8), systemd-fstab-generator(8), fstab(5), systemd-getty-generator(8), systemd-gpt-auto-generator(8), systemd-hibernate-resume-generator(8), systemd-rc-local-generator(8), systemd-system-update-generator(8), systemd-sysv-generator(8), systemd.unit(5), systemctl(1), systemd.environment-generator(7)

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

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