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SYSTEMD.RESOURCE-CONTROL(5) systemd.resource-control SYSTEMD.RESOURCE-CONTROL(5)

systemd.resource-control - Resourcensteuerungs-Unit-Einstellungen

Scheibe.slice, Bereich.scope, Dienst.service, Socket.socket, Einhängung.mount, Swap.swap

Unit-Konfigurationsdateien für Dienste, Scheiben, Bereiche, Sockets, Einhängepunkte und Swap-Geräte nutzen eine Teilmenge der Konfigurationsoptionen für die Ressourcensteuerung von erzeugten Prozessen gemeinsam. Intern verlässt sich dies auf das Konzept der Linux Control Groups (cgroups) des Kernels zur Organisation von Prozessen in einem hierarchischen Baum benannter Gruppen zum Zwecke der Ressourcensteuerung.

Diese Handbuchseite listet die von diesen sechs Unit-Typen gemeinsam benutzten Optionen auf. Siehe systemd.unit(5) für die gemeinsamen Optionen aller Unit-Konfigurationsdateien und systemd.slice(5), systemd.scope(5), systemd.service(5), systemd.socket(5), systemd.mount(5) und systemd.swap(5) für weitere Informationen über die speziellen Unit-Konfigurationsdateien. Die Ressourcensteuerungskonfigurationsoptionen werden in den Abschnitten [Slice], [Scope], [Service], [Socket], [Mount] oder [Swap], abhängig vom Unit-Typ, konfiguriert.

Zusätzlich werden Optionen, die die verfügbaren Ressourcen der von Systemd gestarteten Programme steuern, in systemd.exec(5) aufgeführt. Diese Optionen ergänzen die hier aufgeführten Optionen.

Siehe die Neue Control-Gruppen-Schnittstellen[1] für eine Einführung, wie die Ressourcensteuerungs-APIs von Programmen genutzt werden können.

Die folgenden Abhängigkeiten werden implizit hinzugefügt:

•Units mit der gesetzten Einstellung Slice= erlangen automatisch Requires=- und After=-Abhängigkeiten auf die festgelegte Scheiben-Unit.

Die vereinigte Control-Gruppenhierarchie ist die neue Version der Schnittstelle der Kernel-Control-Gruppenhierarchie, siehe cgroup-v2.txt[2]. Abhängig von dem Ressourcentyp gibt es Unterschiede in den Ressourcensteuerfähigkeiten. Da auch die Schnittstelle sich ändert, haben einige Ressourcentypen separate Gruppen von Optionen für die vereinigte Hierarchie.

CPU

CPUWeight= und StartupCPUWeight= ersetzen CPUShares= respektive StartupCPUShares=.

Der Controller »cpuacct« existiert auf der vereinigten Hierarchie nicht separat.

Memory

MemoryMax= ersetzt MemoryLimit=. MemoryLow= und MemoryHigh= sind nur auf der vereinigten Hierarchie effektiv.

IO

Die Einstellungen, denen IO vorangestellt ist, sind eine Obermenge von und ersetzen die Einstellungen, denen BlockIO vorangestellt ist. Auf der vereinigten Hierarchie gilt die E/A-Ressourcensteeurung auch für gepufferte Schreibvorgänge.

Um den Übergang zu erleichtern, erfolgt die Übersetzung zwischen den zwei Versionen der Einstellungen nach besten Kräften. Falls irgendeine der Einstellungen für die vereinigte Hierarchie vorhanden ist, werden für jeden Controller alle Einstellugnen aus der veralteten Hierarchie ignoriert. Falls die entstehenden Einstellungen für den anderen Hierarchietyp sind, wird die Konfiguration vor der Anwendung übersetzt.

Die veraltete Control-Gruppenhierarchie (siehe cgroups.txt[3]), auch als Cgroup-v1 bekannt, erlaubt keine sichere Delegation von Controllern an unprivilegierte Prozesse. Falls das System die veraltete Control-Gruppenhierarchie benutzt, wird die Ressourcensteuerung für Systemd-Benutzerinstanzen deaktiviert, siehe systemd(1).

Units der oben aufgeführten Typen können Einstellungen für die Ressourcensteuerungskonfiguration haben:

CPUAccounting=

Schaltet die Buchführung für die CPU-Benutzung für diese Unit ein. Akzeptiert ein logisches Argument. Beachten Sie, dass das Einschalten der CPU-Buchführung in einer Unit implizit die Buchführung für alle Units in der gleichen Scheibe und für alle ihre Eltern-Scheiben und die darin enthaltenen Units einschaltet. Die Systemvorgabe für diese Einstellung kann mit DefaultCPUAccounting= in systemd-system.conf(5) gesteuert werden.

CPUWeight=Gewicht, StartupCPUWeight=Gewicht

Weist die festgelegte CPU-Zeitgewichtung den ausgeführten Prozessen zu, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Diese Optionen akzeptieren einen Ganzzahlwert und steuern das Control-Group-Attribut »cpu.weight«. Der erlaubte Bereich ist 1 bis 10000. Standardmäßig 100. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe cgroup-v2.txt[2] und sched-design-CFS.txt[4]. Die verfügbare CPU-Zeit wird zwischen allen Units innerhalb einer Scheibe relativ zu ihrer CPU-Zeitgewichtung aufgeteilt.

Während StartupCPUWeight= nur für die Hochfahrphase des Systems gilt, gilt CPUWeight= während der normalen Laufzeit des Systems und falls ersteres nicht gesetzt ist, auch für die Hochfahrphase. Durch Verwendung von StartupCPUWeight= ist eine abweichende Priorisierung bestimmter Dienste während des Hochfahrens des Systems im Vergleich zur normalen Laufzeit möglich.

Diese Einstellungen ersetzen CPUShares= und StartupCPUShares=.

CPUQuota=

Weist die festgelegte CPU-Zeitquote den ausgeführten Prozessen zu. Akzeptiert einen Prozentwert, dem »%« angehängt ist. Der Prozentwert legt fest, wieviel CPU-Zeit die Unit maximal erhalten soll, relativ zu der gesamten CPU-Zeit, die auf einer CPU verfügbar ist. Verwenden Sie Werte > 100%, um CPU-Zeit auf mehr als einer CPU vorzusehen. Dies steuert das Attribut »cpu.max« der vereinigten Control-Gruppenhierarchie und »cpu.max« auf der alten. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe cgroup-v2.txt[2] und sched-bwc.txt[5].

Beispiel: CPUQuota=20% stellt sicher, dass der ausgeführte Prozess niemals mehr als 20% CPU-Zeit auf einer CPU erhält.

CPUQuotaPeriodSec=

Weist die Dauer zu, über den die durch CPUQuota= festgelegte CPU-Zeit-Quota gemessen wird. Akzeptiert einen Zeitdauerwert in Sekunden mit einer optionalen Endung wie »ms« für Millisekunden (oder »s« für Sekunden). Die Voreinstellung ist 100 ms. Die Periode wird an den durch den Kernel unterstützten Bereich, der [1ms, 1000ms] ist, befestigt. Zusätzlich wird die Periode angepasst, so dass das Quota-Intervall auch mindestens 1 ms ist. Wird CPUQuotaPeriodSec= auf einen leeren Wert gesetzt, so wird er auf die Vorgabe zurückgesetzt.

Dies steuert das zweite Feld des Attributs »cpu.max« der vereinigten Control-Gruppenhierarchie und »cpu.cfs_period_us« auf der alten. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe cgroup-v2.txt[2] und sched-design-CFS.txt[4].

Beispiel: Mit CPUQuotaPeriodSec=10ms wird erbeten, die CPU-Quota in Perioden von 10 ms zu messen.

MemoryAccounting=

Schaltet Prozess- und Kernelspeicherbuchführung für diese Unit ein. Akzeptiert ein logisches Argument. Beachten Sie, dass das Einschalten der Speicherbuchführung in einer Unit implizit die Buchführung für alle Units in der gleichen Scheibe und für alle ihre Eltern-Scheiben und die darin enthaltenen Units einschaltet. Die Systemvorgabe für diese Einstellung kann mit DefaultMemoryAccounting= in systemd-system.conf(5) gesteuert werden.

MemoryMin=Byte

Legt den Speicherbenutzungsschutz für die in dieser Unit ausgeführten Prozesse fest. Falls der Speicherverbrauch dieser Unit und sämtlicher seiner Nachkommen unter der minimalen Grenze sind, wird der Speicher dieser Unit nicht zurückgefordert.

Akzeptiert eine Speichergröße in Byte. Falls dem Wert K, M, G oder T angehängt wird, wird die festgelegte Speichergröße in Kilobyte, Megabyte, Gigabyte bzw. Terabyte (mit der Basis 1024) ausgewertet. Alternativ kann ein Prozentwert festgelegt werden, der relativ zum installierten physischen Speicher im System ist. Falls der besondere Wert »infinity« zugewiesen wird, wird sämtlicher Speicher geschützt. Dies kann nützlich sein, um immer sämtlichen, bei den Vorgängern aufgewandten Schutz zu erben. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »memory.min«. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut, siehe cgroup-v2.txt[2].

Diese Einstellung wird nur unterstützt, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie verwandt wird und deaktiviert MemoryLimit=.

Durch Angabe von DefaultMemoryMin= (hat die gleiche Semantik wie MemoryMin=) können Units ihren Kindern einen Vorgabewert für »memory.min« verwenden lassen. Diese Einstellung beeinflusst nicht »memory.min« in der Unit selbst.

MemoryLow=Byte

Legt fest, dass der Speicherbenutzungsschutz für die in dieser Unit ausgeführten Prozesse mit größtmöglichem Aufwand realisiert werden soll. Falls der Speicherverbrauch dieser Unit und sämtlicher seiner Nachkommen unter der unteren Grenze sind, wird der Speicher dieser Unit nicht zurückgefordert, solange Speicher noch nicht geschützter Units zurückgefordert werden kann.

Akzeptiert eine Speichergröße in Byte. Falls dem Wert K, M, G oder T angehängt wird, wird die festgelegte Speichergröße in Kilobyte, Megabyte, Gigabyte bzw. Terabyte (mit der Basis 1024) ausgewertet. Alternativ kann ein Prozentwert festgelegt werden, der relativ zum installierten physischen Speicher im System ist. Falls der besondere Wert »infinity« zugewiesen wird, wird sämtlicher Speicher geschützt. Dies kann nützlich sein, um immer sämtlichen, bei den Vorgängern aufgewandten Schutz zu erben. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »memory.low«. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut, siehe cgroup-v2.txt[2].

Diese Einstellung wird nur unterstützt, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie verwandt wird und deaktiviert MemoryLimit=.

Durch Angabe von DefaultMemoryLow= (hat die gleiche Semantik wie MemoryLow=) können Units ihren Kindern einen Vorgabewert für »memory.low« verwenden lassen. Diese Einstellung beeinflusst nicht »memory.low« in der Unit selbst.

MemoryHigh=Byte

Legt die Drosselungs-Speicherverbrauchsbegrenzung der ausgeführten Prozesse in dieser Unit fest. Speicherverbrauch darf diese Begrenzung überschreiten, falls es unvermeidbar ist, aber die Prozesse werden drastisch verlangsamt und der Speicher wird in solchen Fällen aggressiv fortgenommen. Dies ist der Hauptmechanismus, um den Speicherverbrauch einer Unit zu steuern.

Akzeptiert eine Speichergröße in Byte. Falls dem Wert K, M, G oder T angehängt wird, wird die festgelegte Speichergröße in Kilobyte, Megabyte, Gigabyte bzw. Terabyte (mit der Basis 1024) ausgewertet. Alternativ kann ein Prozentwert festgelegt werden, der relativ zum installierten physischen Speicher im System ist. Falls der besondere Wert »infinity« zugewiesen wird, wird keine Speicherdrosselung angewandt. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »memory.high«. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut, siehe cgroup-v2.txt[2].

Diese Einstellung wird nur unterstützt, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie verwandt wird und deaktiviert MemoryLimit=.

MemoryMax=Byte

Legt die absolute Grenze der Speicherverwendung durch den ausgeführten Prozess in dieser Unit fest. Falls der Speicherverbrauch nicht unterhalb dieser Grenze gehalten werden kann, wird der Speicherknappheits-Killer innerhalb der Unit aufgerufen. Es wird empfohlen, MemoryHigh= als Hauptsteuermechanismus und MemoryMax= als letzte Verteidigungslinie zu verwenden.

Akzeptiert eine Speichergröße in Byte. Falls dem Wert K, M, G oder T angehängt wird, wird die festgelegte Speichergröße in Kilobyte, Megabyte, Gigabyte bzw. Terabyte (mit der Basis 1024) ausgewertet. Alternativ kann ein Prozentwert festgelegt werden, der relativ zum installierten physischen Speicher im System ist. Falls der besondere Wert »infinity« zugewiesen wird, wird keine Speicherbegrenzung angewandt. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »memory.max«. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut, siehe cgroup-v2.txt[2].

Diese Einstellung ersetzt MemoryLimit=.

MemorySwapMax=Bytes

Legt die absolute Begrenzung bezüglich Auslagerungsverwendung von in dieser Unit ausgeführten Prozessen fest.

Akzeptiert eine Auslagerungsgröße in Byte. Falls dem Wert K, M, G oder T angehängt wird, wird die festgelegte Speichergröße in Kilobyte, Megabyte, Gigabyte bzw. Terabyte (mit der Basis 1024) ausgewertet. Falls der besondere Wert »infinity« zugewiesen wird, wird keine Auslagerungsbegrenzung angewandt. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »memory.swap.max«. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut, siehe cgroup-v2.txt[2].

Diese Einstellung wird nur unterstützt, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie verwandt wird und deaktiviert MemoryLimit=.

TasksAccounting=

Schaltet Prozessbuchführung für diese Unit ein. Akzeptiert ein logisches Argument. Falls aktiviert, wird der Systemverwalter die Anzahl der Prozesse in der Unit nachverfolgen. Die Anzahl der auf diese Art buchgeführten Prozesse enthält sowohl Kernel-Threads als auch Benutzerprozesse, wobei jeder Thread einzeln zählt. Beachten Sie, dass das Einschalten der Prozessbuchführung für eine Unit dies implizit auch für alle Units, die in der gleichen Scheibe enthalten sind und für alle Elternscheiben und die darin befindlichen Units einschaltet. Die Systemvorgabe für diese Einstellung kann durch DefaultTasksAccounting= in systemd-system.conf(5) gesteuert werden.

TasksMax=N

Legt die maximale Anzahl an Prozessen, die in dieser Unit erstellt werden dürfen, fest. Dies stellt sicher, dass die Anzahl der Prozesse, für die die Unit buchführt (siehe oben), unterhalb einer festgelegten Begrenzung bleibt. Dies akzeptiert entweder eine absolute Anzahl an Prozessen oder einen Prozentwert, der relativ zu der konfigurierten Maximalzahl an Prozessen im System ist. Falls der besondere Wert »infinity« zugewiesen wird, wird keine Prozessbegrenzung angewandt. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »pids.max«. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe pids.txt[6].

Die Systemvorgabe für diese Einstellung kann mit DefaultTasksMax= in systemd-system.conf(5) gesteuert werden.

IOAccounting=

Schaltet Block-E/A-Buchführung für diese Unit ein, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Akzeptiert ein logisches Argument. Beachten Sie, dass das Einschalten der Block-E/A-Buchführung für eine Unit dies implizit auch für alle Units, die in der gleichen Scheibe enthalten sind und für alle Elternscheiben und die darin befindlichen Units einschaltet. Die Systemvorgabe für diese Einstellung kann durch DefaultIOAccounting= in systemd-system.conf(5) gesteuert werden.

Diese Einstellung ersetzt BlockIOAccounting= und deaktiviert Einstellungen, denen BlockIO oder StartupBlockIO vorangestellt sind.

IOWeight=Gewicht, StartupIOWeight=Gewicht

Setzt die vorgegebene Gesamt-Block-E/A-Gewichtung für die ausgeführten Prozesse, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Akzeptiert einen einzelnen Gewichtungswert (zwischen 1 und 10000), um die vorgegebene Block-E/A-Gewichtung zu setzen. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »io.weight«, das standardmäßig 100 beträgt. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut, siehe cgroup-v2.txt[2]. Die verfügbare E/A-Bandbreite wird zwischen allen Units innerhalb einer Scheibe relativ zu ihrer Block-E/A-Gewichtung aufgeteilt.

Während StartupIOWeight= nur in der Hochfahrphase des Systems angewandt wird, wird IOWeight= später zur Laufzeit des Systems angewandt und falls erstere nicht gesetzt ist, auch während der Hochfahrphase. Dies erlaubt es, bestimmte Dienste beim Hochfahren anders als zur Laufzeit zu priorisieren.

Diese Einstellungen ersetzen BlockIOWeight= und StartupBlockIOWeight= und deaktivieren Einstellungen, die mit BlockIO oder StartupBlockIO anfangen.

IODeviceWeight=Gerät Gewicht

Setzt die gerätebezogene Gesamt-Block-E/A-Gewichtung für den ausgeführten Prozess, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Akzeptiert ein Leerzeichen-getrenntes Paar eines Dateipfades und eines Gewichtungswertes, um den gerätespezifischen Gewichtungswert zwischen 1 und 10000 festzulegen. (Beispiel: "/dev/sda 1000"). Der Dateipfad kann als Pfad zu einem Blockgeräteknoten oder zu einer anderen Datei festgelegt werden. In letzterem Fall wird das zugrundeliegende Blockgerät des Dateisystems der Datei bestimmt. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »io.weight«, das standardmäßig 100 ist. Verwenden Sie diese Option mehrfach, um Gewichtungen für mehrere Geräte zu setzen. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe cgroup-v2.txt[2].

Diese Einstellung ersetzt BlockIODeviceWeight= und deaktiviert Einstellungen, die mit BlockIO oder StartupBlockIO beginnen.

IOReadBandwidthMax=Gerät Byte, IOWriteBandwidthMax=Gerät Byte

Setzt die gerätebezogene maximale Gesamt-Block-E/A-Bandbreitenbegrenzung für den ausgeführten Prozess, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Diese Begrenzung ist nicht arbeitserhaltend und den ausgeführten Prozessen wird nicht mehr erlaubt, selbst falls das Gerät Leerlaufkapazität hat. Akzeptiert ein Leerzeichen-getrenntes Paar eines Dateipfades und eines Bandbreitenwertes (in Byte pro Sekunde), um die gerätespezifische Bandbreite festzulegen. Der Dateipfad kann als Pfad zu einem Blockgeräteknoten oder zu einer anderen Datei festgelegt werden. In letzterem Fall wird das zugrundeliegende Blockgerät des Dateisystems der Datei bestimmt. Falls der Bandbreite K, M, G oder T angehängt ist, wird die Bandbreite als Kilobyte, Megabyte, Gigabyte bzw. Terabyte zu der Basis 1000 ausgewertet. (Beispiel: »/dev/disk/by-path/pci-0000:00:1f.2-scsi-0:0:0:0 5M«). Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »io.max«. Verwenden Sie diese Option mehrfach, um Bandbreitenbegrenzungen für mehrere Geräte zu setzen. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe cgroup-v2.txt[2].

Diese Einstellung ersetzt BlockIOReadBandwidth= und BlockIOWriteBandwidth= und deaktiviert Einstellungen, die mit BlockIO oder StartupBlockIO beginnen.

IOReadIOPSMax=Gerät EAPS, IOWriteIOPSMax=Gerät EAPS

Setzt die gerätebezogene maximale Gesamt-Block-E/A-EA-Pro-Sekunden-Begrenzung für den ausgeführten Prozess, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Diese Begrenzung ist nicht arbeitserhaltend und den ausgeführten Prozessen wird nicht mehr als dieser Wert erlaubt, selbst falls das Gerät Leerlaufkapazität hat. Akzeptiert ein Leerzeichen-getrenntes Paar eines Dateipfades und eines EAPS-Wertes, um den gerätespezifischen EAPS festzulegen. Der Dateipfad kann als Pfad zu einem Blockgeräteknoten oder zu einer anderen Datei festgelegt werden. In letzterem Fall wird das zugrundeliegende Blockgerät des Dateisystems der Datei bestimmt. Falls dem EAPS K, M, G oder T angehängt ist, wird der EAPS als KiloEAPS, MegaEAPS, GigaEAPS bzw. TeraEAPS zu der Basis 1000 ausgewertet. (Beispiel: »/dev/disk/by-path/pci-0000:00:1f.2-scsi-0:0:0:0 1K«). Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »io.max«. Verwenden Sie diese Option mehrfach, um EAPS-Begrenzungen für mehrere Geräte zu setzen. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe cgroup-v2.txt[2].

Diese Einstellungen werden nur unterstützt, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie verwandt wird und deaktiviert Einstellungen, die mit BlockIO oder StartupBlockIO beginnen.

IODeviceLatencyTargetSec=Gerät Ziel

Setzt die gerätebezogene durchschnittliche Ziel-E/A-Latenz für den ausgeführten Prozess, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Akzeptiert einen Dateipfad und eine Zeitspanne, getrennt durch ein Leerzeichen, um das gerätespezifische Latenzziel festzulegen. (Beispiel: "/dev/sda 25ms"). Der Dateipfad kann als Pfad zu einem Blockgeräteknoten oder zu einer anderen Datei festgelegt werden. In letzterem Fall wird das zugrundeliegende Blockgerät des Dateisystems der Datei bestimmt. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »io.latency«. Verwenden Sie diese Option mehrfach, um Latenzziele für mehrere Geräte zu setzen. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe cgroup-v2.txt[2].

Impliziert »IOAccounting=yes«.

Diese Einstellungen werden nur unterstützt, falls die vereinigte Control-Gruppenhierarchie verwandt wird.

IPAccounting=

Akzeptiert ein logisches Argument. Falls wahr, wird die IPv4- und IPv6-Netzwerkverkehrsbuchführung für Pakete, die von dieser Unit gesandt oder empfangen werden, eingeschaltet. Wenn diese Option eingeschaltet wird, erfolgt für alle von einem der Prozesse der Unit erstellten IPv4- und IPv6-Sockets die Buchführung.

Wenn diese Option in Socket-Units verwandt wird, wird sie auf alle hierzu zugeordneten IPv4- und IPv6-Socket (einschließlich der auf Anfragen wartenden und der Verbindugssockets, wo dies zutrifft) angewandt. Beachten Sie, dass für Socket-aktivierte Dienste diese Konfigurationseinstellung und die Buchuführungsdaten der Dienste-Unit und der Socket-Unit getrennt bleiben und getrennt dargestellt werden. Es erfolgt keine Weitergabe der Einstellung und der gesammelten Daten, in keine Richtung. Zudem wird sämtlicher Verkehr, der auf einem der Sockets der Socket-Unit empfangen oder gesandt wird für die Socket-Unit buchgeführt — und niemals für die Dienste-Unit, die sie aktiviert haben könnte, selbst falls der Socket von dieser verwandt wird.

Die Systemvorgabe für diese Einstellung kann mit DefaultIPAccounting= in systemd-system.conf(5) gesteuert werden.

IPAddressAllow=ADRESSE[/PRÄFIXLÄNGE]…, IPAddressDeny=ADRESSE[/PRÄFIXLÄNGE]…

Schaltet Netzwerkverkehrsfilterung anhand des Adressbereichs für IP-Pakete, die über AF_INET- und AF_INET6-Sockets gesandt oder empfangen werden, ein. Beide Anweisungen akzeptieren eine Leerzeichen-getrennte Liste von IPv4- oder IPv6-Adressen, an jede kann optional eine Adresspräfixlänge in Bits (getrennt durch das Zeichen »/«) angehängt werden. Falls Letztere entfällt, wird die Adresse als Rechneradresse betrachtet, d.h. der Präfix deckt die gesamte Adresse ab (32 für IPv4, 128 für IPv6).

Die mit dieser Option konfigurierten Zugriffslisten werden auf allen von dieser Unit erstellten Sockets (oder im Falle von Socket-Units, allen der Unit zugeordneten) angewandt. Die Liste wird implzit mit jeder für irgendeine Elternscheibe, bei der diese Unit Mitglied sein könnte, kombiniert. Standardmäßig sind alle Zugriffslisten leer. Durch diese Einstellung wird sowohl ein- als auch ausgehender Verkehr gefiltert. Im Falle des eingehenden Verkehrs wird die Quell-IP-Adresse gegen diese Zugriffslisten geprüft, im Falle des ausgehenden Verkehrs wird die Ziel-IP-Adresse geprüft. Wenn konfiguriert, werden die Listen wie folgt durchgesetzt:

•Falls die Ziel-/Quelladresse eines IP-Pakets auf einen Eintrag in der Einstellung IPAddressAllow= passt, wird der Zugriff erlaubt.

•Falls seine Ziel-/Quelladresse auf einen Eintrag in der Einstellung IPAddressDeny= passt, wird andernfalls der Zugriff verweigert.

•Andernfalls wird der Zugriff gewährt.

Um eine IP-Firewall mit Positivliste zu implementieren, wird empfohlen, eine Einstellung IPAddressDeny=any in einer höherstufigen Scheiben-Unit (wie der Wurzel-Scheibe -.slice oder der Scheibe, die alle Systemdienste enthält, system.slice – siehe systemd.special(7) für Details über diese Scheiben-Units) zu verwenden, ergänzt um individuelle, dienstebezogene IPAddressAllow=-Zeilen, die Netzwerkzugriff auf relevante Dienste, und nur diese, erlauben.

Beachten Sie, dass für Socket-aktivierte Dienste die IP-Zugriffsliste, die in der Socket-Unit konfiguriert ist, auf alle direkt zugeordneten Sockets angewandt wird, aber nicht auf irgendein Socket, das von den dafür schließlich aktivierten Diensten erstellt wurde. Umgekehrt werden die für die Dienste konfigurierten IP-Zugriffslisten nicht auf irgendein Socket angewandt, das dem Dienst über Socket-Aktivierung weitergegeben wird. Daher ist es im Allgemeinen eine gute Idee, die IP-Zugriffsliste sowohl in der Socket- als auch der Dienste-Unit zu replizieren, allerdings ergibt es oft Sinn, eine Liste offener und eine Liste beschränkter zu verwalten, abhängig vom Einsatzfall.

Falls diese Einstellungen mehrfach in der gleichen Unit verwandt werden, werden die festgelegten Listen kombiniert. Falls diesen Einstellungen eine leere Zeichenkette zugewiesen wird, werden die festgelegten Zugriffslisten zurückgesetzt und alle vorherigen Einstellungen aufgehoben.

Anstelle expliziter IPv4- oder IPv6-Adressen und Präfixlängenfestlegungen kann auch eine kleine Gruppe von symbolischen Namen verwandt werden. Die folgenden Namen sind definiert:

Tabelle 1. Besondere Adress-/Netzwerknamen

Symbolischer Name Definition Bedeutung
any 0.0.0.0/0 ::/0 jeder Rechner
localhost 127.0.0.0/8 ::1/128 alle Adressen auf dem lokalen Loopback
link-local 169.254.0.0/16 fe80::/64 alle linklokalen IP-Adressen
multicast 224.0.0.0/4 ff00::/8 alle IP-multicasting-Adressen

Beachten Sie, dass diese Einstellungen auf einigen Systemen nicht unterstützt werden könnten (beispielsweise falls eBPF-Control-Gruppen-Unterstützung nicht im unterliegenden Kernel oder Container-Verwalter aktiviert ist). Diese Einstellungen haben in diesem Fall keine Auswirkung. Falls Kompatibilität mit solchen Systemen gewünscht ist, wird daher empfohlen, sich nicht exklusiv auf sie für IP-Sicherheit zu verlassen.

IPIngressFilterPath=BPF_FS_PROGRAMM_PATH, IPEgressFilterPath=BPF_FS_PROGRAMM_PATH

Fügt angepasste Netzwerkverkehrsfilter hinzu, die als BPF-Programme implementiert und auf alle über AF_INET- und AF_INET6-Sockets gesandten und empfangenen IP-Pakete angewandt werden. Akzeptiert einen absoluten Pfad zu einem im virtuellen BPF-Dateisystem ((/sys/fs/bpf/) verankerten BPF-Programm.

Die mit dieser Option konfigurierten Filter werden auf allen von dieser Unit erstellten Sockets (oder im Falle von Socket-Units, allen der Unit zugeordneten) angewandt. Die Filter werden zusätzlich zu den Filter aller Eltern-Scheiben-Units, bei denen diese Unit ein Mitglied sein könnte, sowie sämtlichen IPAddressAllow=- und IPAddressDeny=-Filtern in jeden dieser Units geladen. Standardmäßig sind keine Filter festgelegt.

Falls diese Einstellungen mehrfach in der gleichen Unit verwandt werden, werden alle festgelegten Programme angehängt. Falls diesen Einstellungen eine leere Zeichenkette zugewiesen wird, wird die Programmliste zurückgesetzt und alle vorher festgelegten Programme ignoriert.

Beachten Sie, dass für Socket-aktivierte Dienste die IP-Filterprogramme, die in der Socket-Unit konfiguriert sind, auf alle direkt zugeordneten Sockets angewandt werden, aber nicht auf irgendein Socket, das von den dafür schließlich aktivierten Diensten erstellt wurde. Umgekehrt werden die für die Dienste konfigurierten IP-Filterprogramme nicht auf irgendein Socket angewandt, das dem Dienst über Socket-Aktivierung weitergegeben wird. Daher ist es im Allgemeinen eine gute Idee, die IP-Filterprogramme sowohl in der Socket- als auch der Dienste-Unit zu replizieren, allerdings ergibt es oft Sinn, eine Konfiguration offener und eine andere beschränkter zu verwalten, abhängig vom Einsatzfall.

Beachten Sie, dass diese Einstellungen auf einigen Systemen nicht unterstützt werden könnten (beispielsweise falls eBPF-Control-Gruppen-Unterstützung nicht im unterliegenden Kernel oder Container-Verwalter aktiviert ist). Diese Einstellungen führen in diesem Fall zu einem Fehlschlag des Dienstes. Falls Kompatibilität mit solchen Systemen gewünscht ist, wird daher empfohlen, ihre Filter manuell (benötigt Delegate=yes) anzuhängen, statt diese Einstellung zu verwenden.

DeviceAllow=

Steuert Zugriff auf bestimmte Geräteknoten durch ausgeführte Prozesse. Akzeptiert zwei Leerzeichen-getrennte Zeichenketten: einen Geräteknotenkennzeichner, gefolgt von einer Kombination aus r, w, m, um das Lesen, Schreiben bzw. Erstellen von bestimmten Geräteknoten der Unit (mit mknod) zu steuern. Unter cgroup-v1 steuert dies das Control-Gruppen-Attribut »devices.allow«. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe devices.txt[7]. Unter cgroup-v2 ist diese Funktionalität mittels eBPF-Filterung implementiert.

Der Geräteknotenkennzeichner ist entweder ein Pfad zu einem Geräteknoten in dem Dateisystem, beginnend mit /dev/, oder eine Zeichenkette, die entweder mit »char-« oder »block-« beginnt und von einem Gerätegruppennamen, wie in /proc/devices aufgeführt, gefolgt wird. Letzteres ist nützlich, um eine Positivliste aller aktuellen und zukünftigen Geräte, die zu einer bestimmten Gerätegruppe gehören, auf einmal anzulegen. Die Gerätegruppe wird entsprechend der Dateinamen-Glob-Muster-Regeln abgeglichen, Sie können daher die Metazeichen »*« und »?« verwenden. (Beachten Sie, dass solche Glob-Metazeichen nicht für Geräteknotenpfadspezifikationen verfügbar sind) Um Geräteknoten gemäß Major-/Minor-Nummern abzugleichen, verwenden Sie Geräteknotenpfade in den Verzeichnissen /dev/char/ und /dev/block/. Allerdings wird das Abgleichen von Geräten mittels Major-/Minor-Nummer im Allgemeinen nicht empfohlen, da die Zuweisungen zwischen Systemen oder verschiedenen Kernelversionen weder stabil noch portierbar sind.

Beispiel: /dev/sda5 ist ein Pfad zu einem Geräteknoten, der sich auf ein ATA- oder SCSI-Blockgerät bezieht. »char-pts« und »char-alsa« sind Kennzeichner für alle Pseudo-TTY- bzw. alle ALSA-Sound-Geräte. »char-cpu/*« ist ein Kennzeichner, der auf alle Gerätegruppen mit CPU-Bezug passt.

Beachten Sie, dass auf diese Weise definierte Positivlisten nur Gerätegruppen referenzieren sollten, die zum Startzeitpunkt der Unit auflösbar sind. Sämtliche Geräte, die zu diesem Zeitpunkt nicht auflösbar sind, werden nicht zur Positivliste hinzugefügt. Um diese Einschränkung zu umgehen, können Sie Dienste-Units um eine Zeile »ExecStartPre=/sbin/modprobe…« ergänzen, die die notwendigen Kernelmodule lädt, die die Gerätegruppe implementieren, falls sie fehlen. Beispiel:

\[u2026]
[Service]
ExecStartPre=-/sbin/modprobe -abq loop
DeviceAllow=block-loop
DeviceAllow=/dev/loop-control
\[u2026]

DevicePolicy=auto|closed|strict

Steuert die Richtlinien zum Erlauben des Gerätezugriffs:

strict

bedeutet, nur Zugriffstypen zu erlauben, die explizit festgelegt wurden.

closed

erlaubt zusätzlich Zugriff auf die Standard-Pseudo-Geräte einschließlich /dev/null, /dev/zero, /dev/full, /dev/random und /dev/urandom.

auto

erlaubt zusätzlich Zugriff auf alle Geräte, falls kein explizites DeviceAllow= vorhanden ist. Dies ist die Vorgabe.

Slice=

Der Name der Scheiben-Unit, in die die Unit hineingelegt werden soll. Standardmäßig system.slice für alle noch nicht instanziierten Units aller Unit-Typen (außer für Scheiben-Units selbst, siehe unten). Instanzen-Units werden standardmäßig in eine Unterscheibe von system.slice gelegt, die nach dem Vorlagennamen benannt ist.

Diese Option kann zur Anordnung von Systemd-Units in einer Hierarchie von Scheiben verwandt werden, bei der bei jeder Scheibe Ressourceneinstellungen angewandt werden können.

Für Units vom Typ »Scheibe« ist der einzige für diese Einstellung akzeptierte Wert die Elternscheibe. Da der Name einer Scheiben-Unit die Elternscheibe impliziert, ist es daher immer redundant, diesen Parameter direkt für Scheiben-Units zu setzen.

Besondere Vorsicht sollten Sie walten lassen, wenn Sie sich auf die Vorgabe-Scheibenzuweisung in vorlagenbasierten Dienste-Units, die DefaultDependencies=no gesetzt haben, verlassen, siehe systemd.service(5) Abschnitt »Standardabhängigkeiten« für Details.

Delegate=

Schaltet die Delegation weiterer Ressourcensteuerungspartitionierung an Prozesse der Unit ein. Units, bei denen dies aktiviert ist, können ihre eigenen Unterhierarchien von Control-Gruppen unterhalb der Control-Gruppe der Unit selbst erstellen und verwalten. Für unprivilegierte Dienste (d.h. solche, die die Einstellung User= verwenden) wird die Control-Gruppe der Unit für den relevanten Benutzer zugreifbar gemacht. Wenn aktiviert, wird der Dienstevewalter es unterlassen, die Control-Gruppen zu verändern oder Prozesse unterhalb der Control-Gruppe der Unit zu schieben, so dass ein klares Konzept der Eigentümerschaft etabliert ist: der Control-Gruppenbaum oberhalb der Control-Gruppe der Unit (d.h. in Richtung der Wurzel der Control-Gruppe) gehört dem Diensteverwalter des Rechners, der sie auch verwaltet, während der Control-Gruppenbaum unterhalb der Control-Gruppe der Unit der Unit selbst gehört, die diesen auch verwaltet. Akzeptiert entweder ein logisches Argument oder eine Liste von Control-Gruppen-Controller-Namen. Falls wahr, wird die Delegierung eingeschaltet und alle unterstützten Controller werden für die Unit aktiviert und damit den Prozessen der Unit zur Verwaltung verfügbar gemacht. Falls falsch, wird die Delegation komplett ausgeschaltet (und keine zusätzlichen Controller werden aktiviert). Falls auf eine Liste von Controllern gesetzt, wird die Delegation eingeschaltet und die festgelegten Controller werden für die Unit aktiviert. Beachten Sie, dass abhängig von der Konfiguration der enthaltenden Unit oder anderen, darin enthaltenen Units zusätzliche Controller (neben den festgelegten) auch verfügbar gemacht werden könnten. Beachten Sie, dass die Zuweisung der leeren Zeichenkette die Delegation aktivieren, die Liste der Controller aber zurücksetzen wird; alle Zuweisungen vorher ohne Wirkung bleiben werden. Standardmäßig falsch.

Beachten Sie, dass Controller-Delegation an weniger privilegierten Code nur auf der vereinigten Control-Gruppenhierarchie sicher ist. Entsprechend wird der Zugriff auf die festgelegten Controller nicht an unprivilegierte Dienste auf der veralteten Hierarchie gewährt, selbst falls dies angefragt wurde.

Die folgenden Controller-Namen können festgelegt werden: cpu, cpuacct, io, blkio, memory, devices, pids. Nicht alle dieser Controller sind allerdings auf allen Kerneln verfügbar und einige sind spezifisch für die vereinigte Hierarchie, während andere für die veraltete Hierarchie spezifisch sind. Beachten Sie auch, dass der Kernel weitere Controller unterstützen könnte, die hier noch nicht berücksichtigt sind, da Delegation hierfür überhaupt noch nicht unterstützt wird oder noch nicht sauber definiert ist.

Für weitere Details über das Delegationsmodell ziehen Sie bitte Control-Gruppen-APIs und Delegierung[8] heran.

DisableControllers=

Deaktiviert Controller, so dass sie für die Kinder einer Unit nicht eingeschaltet werden können. Falls ein aufgeführter Controller bereits in seinem Unterbaum in Verwendung ist, wird der Controller aus dem Unterbaum entfernt. Damit können Sie vermeiden, dass Kind-Units in die Lage versetzt werden, implizit oder explizit einen Controller einzuschalten. Standardmäßig werden keine Controller deaktiviert.

Es mag nicht möglich sein, einen Controller erfolgreich zu deaktivieren, falls die Unit oder eines der Kinder dieser Unit Controller an seine Kinder delegiert, da kein delegierter Unterbaum der Control-Gruppenhierarchie durch Systemd verwaltet wird.

Es können mehrere Controller durch Leerzeichen getrennt angegeben werden. Sie können auch DisableControllers= mehrfach angeben, dann wird jede neue Instanz einen anderen Controller zum Deaktivieren hinzufügen. Wird DisableControllers= selbst ohne vorhandenen Controller-Namen übergeben, dann wird die Liste der deaktivierten Controller zurückgesetzt.

Gültige Controller sind cpu, cpuacct, io, blkio, memory, devices und pids.

Die folgenden Optionen werden missbilligt. Verwenden Sie stattdessen die angezeigten Optionen:

CPUShares=Gewicht, StartupCPUShares=Gewicht

Weist dem ausgeführten Prozess die festgelegte CPU-Zeitanteilsgewichtung zu. Diese Optionen akzeptieren einen Ganzzahlwert und steuern das Control-Gruppenattribut »cpu.shares«. Der erlaubte Bereich ist 2 bis 262144. Standardmäßig 1024. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe sched-design-CFS.txt[4]. Die verfügbare CPU-Zeit wird zwischen allen Units innerhalb einer Scheibe relativ zu ihren CPU-Zeitanteilsgewichtungen aufgeteilt.

Während StartupCPUShares= nur für die Hochfahrphase des Systems gilt, gilt CPUShares= während der normalen Laufzeit des Systems und falls ersteres nicht gesetzt ist, auch für die Hochfahrphase. Durch Verwendung von StartupCPUShares= ist eine abweichende Priorisierung bestimmter Dienste während des Hochfahrens des Systems im Vergleich zur normalen Laufzeit möglich.

Impliziert »CPUAccounting=yes«.

Diese Einstellungen sind missbilligt. Verwenden Sie stattdessen CPUWeight= und StartupCPUWeight=.

MemoryLimit=Byte

Legt die maximale Speicherbegrenzung der ausgeführten Prozesse fest. Die Begrenzung legt fest, wieviel Prozess- und Kernelspeicher von den Prozessen in dieser Unit verwandt werden kann. Akzeptiert eine Speichergröße in Byte. Falls dem Wert K, M, G oder T angehängt wird, wird die festgelegte Speichergröße in Kilobyte, Megabyte, Gigabyte bzw. Terabytes (zur Basis 1024) ausgewertet. Alternativ kann ein Prozentwert festgelegt werden, der relativ zum installierten physischen Speicher im System akzeptiert wird. Falls zugewiesen, besagt der besondere Wert »infinity«, dass keine Speicherbegrenzung angewandt wird. Dies steuert das Control-Gruppenattribut »memory.limit_in_bytes«. Für Details über dieses Control-Gruppenattribut siehe memory.txt[9].

Impliziert »MemoryAccounting=yes«.

Diese Einstellung ist missbilligt. Verwenden Sie stattdessen MemoryMax=.

BlockIOAccounting=

Schaltet Block-E/A-Buchführung für diese Unit ein, falls die veraltete Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Akzeptiert ein logisches Argument. Beachten Sie, dass das Einschalten der Block-E/A-Buchführung für eine Unit dies implizit auch für alle Units, die in der gleichen Scheibe enthalten sind und für alle Elternscheiben und die darin befindlichen Units einschaltet. Die Systemvorgabe für diese Einstellung kann durch DefaultBlockIOAccounting= in systemd-system.conf(5) gesteuert werden.

Diese Einstellung ist missbilligt. Verwenden Sie stattdessen IOAccounting=.

BlockIOWeight=Gewicht, StartupBlockIOWeight=Gewicht

Setzt die vorgegebene Gesamt-Block-E/A-Gewichtung für die ausgeführten Prozesse, falls die veraltete Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Akzeptiert einen einzelnen Gewichtungswert (zwischen 10 und 10000), um die vorgegebene Block-E/A-Gewichtung zu setzen. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »blkio.weight«, das standardmäßig 500 beträgt. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut, siehe blkio-controller.txt[10]. Die verfügbare E/A-Bandbreite wird zwischen allen Units innerhalb einer Scheibe relativ zu ihren Block-E/A-Gewichtungen aufgeteilt.

Während StartupBlockIOWeight= nur für die Hochfahrphase des Systems gilt, gilt BlockIOWeight= während der normalen Laufzeit des Systems und falls ersteres nicht gesetzt ist, auch für die Hochfahrphase. Dies erlaubt eine abweichende Priorisierung bestimmter Dienste während des Hochfahrens des Systems im Vergleich zur normalen Laufzeit.

Impliziert »BlockIOAccounting=yes«.

Diese Einstellungen sind missbilligt. Verwenden Sie stattdessen IOWeight= und StartupIOWeight=.

BlockIODeviceWeight=Gerät Gewicht

Setzt die geräteabhängige Gesamt-Block-E/A-Gewichtung für die ausgeführten Prozesse, falls die veraltete Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Akzeptiert eine Leerzeichen-getrennte Liste von Paaren von einem Dateipfad und einem Gewichtungswert, um den geräteabhängigen Gewichtungswert, zwischen 10 und 1000, festzulegen. (Beispiel: »/dev/sda 500«). Der Dateipfad kann als Pfad zu einem Blockgeräteknoten oder zu einer anderen Datei festgelegt werden. In letzterem Fall wird das zugrundeliegende Blockgerät des Dateisystems der Datei bestimmt. Dies steuert das Control-Gruppen-Attribut »blkio.weight_device«, das standardmäßig 1000 beträgt. Verwenden Sie die Option mehrfach, um Gewichtungen für mehrere Geräte zu setzen. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut, siehe blkio-controller.txt[10].

Impliziert »BlockIOAccounting=yes«.

Diese Einstellung ist missbilligt. Verwenden Sie stattdessen IODeviceWeight=.

BlockIOReadBandwidth=Gerät Byte, BlockIOWriteBandwidth=Gerät Byte

Setzt die gerätebezogene Gesamt-Block-E/A-Bandbreitenbegrenzung für den ausgeführten Prozess, falls die veraltete Control-Gruppenhierarchie auf dem System verwandt wird. Akzeptiert ein Leerzeichen-getrenntes Paar eines Dateipfades und eines Bandbreitenwertes (in Byte pro Sekunde), um die gerätespezifische Bandbreite festzulegen. Der Dateipfad kann als Pfad zu einem Blockgeräteknoten oder zu einer anderen Datei festgelegt werden. In letzterem Fall wird das zugrundeliegende Blockgerät des Dateisystems der Datei bestimmt. Falls der Bandbreite K, M, G oder T angehängt ist, wird die Bandbreite als Kilobyte, Megabyte, Gigabyte bzw. Terabyte zu der Basis 1000 ausgewertet. (Beispiel: »/dev/disk/by-path/pci-0000:00:1f.2-scsi-0:0:0:0 5M«). Dies steuert die Control-Gruppen-Attribute »blkio.throttle.read_bps_device« und »blkio.throttle.write_bps_device«. Verwenden Sie diese Option mehrfach, um Bandbreitenbegrenzungen für mehrere Geräte zu setzen. Für Details über dieses Control-Gruppen-Attribut siehe blkio-controller.txt[10].

Impliziert »BlockIOAccounting=yes«.

Diese Einstellungen sind missbilligt. Verwenden Sie stattdessen IOReadBandwidthMax= und IOWriteBandwidthMax=.

systemd(1), systemd-system.conf(5), systemd.unit(5), systemd.service(5), systemd.slice(5), systemd.scope(5), systemd.socket(5), systemd.mount(5), systemd.swap(5), systemd.exec(5), systemd.directives(7), systemd.special(7), Die Dokumentation für Control-Gruppen und bestimmte Controller im Linux-Kernel: cgroups.txt[3], cpuacct.txt[11], memory.txt[9], blkio-controller.txt[10], sched-bwc.txt[5].

1.
Neue Control-Gruppen-Schnittstellen
https://www.freedesktop.org/wiki/Software/systemd/ControlGroupInterface/
2.
cgroup-v2.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/cgroup-v2.txt
3.
cgroups.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/cgroup-v1/cgroups.txt
4.
sched-design-CFS.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/scheduler/sched-design-CFS.txt
5.
sched-bwc.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/scheduler/sched-bwc.txt
6.
pids.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/cgroup-v1/pids.txt
7.
devices.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/cgroup-v1/devices.txt
8.
Control-Gruppen-APIs und Delegierung
https://systemd.io/CGROUP_DELEGATION
9.
memory.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/cgroup-v1/memory.txt
10.
blkio-controller.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/cgroup-v1/blkio-controller.txt
11.
cpuacct.txt
https://www.kernel.org/doc/Documentation/cgroup-v1/cpuacct.txt

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

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