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XZ(1) XZ-Dienstprogramme XZ(1)

xz, unxz, xzcat, lzma, unlzma, lzcat - .xz- und .lzma-Dateien komprimieren oder dekomprimieren

xz [Option…] [Datei…]

unxz ist gleichbedeutend mit xz --decompress.
xzcat ist gleichbedeutend mit xz --decompress --stdout.
lzma ist gleichbedeutend mit xz --format=lzma.
unlzma ist gleichbedeutend mit xz --format=lzma --decompress.
lzcat ist gleichbedeutend mit xz --format=lzma --decompress --stdout.

Wenn Sie Skripte schreiben, die Dateien dekomprimieren, sollten Sie stets den Namen xz mit den entsprechenden Argumenten (xz -d oder xz -dc) anstelle der Namen unxz und xzcat verwenden.

xz ist ein Allzweckwerkzeug zur Datenkompression, dessen Befehlszeilensyntax denen von gzip(1) und bzip2(1) ähnelt. Das native Dateiformat ist das .xz-Format, aber das veraltete, von den LZMA-Dienstprogrammen verwendete Format sowie komprimierte Rohdatenströme ohne Containerformat-Header werden ebenfalls unterstützt.

xz komprimiert oder dekomprimierte jede Datei entsprechend des gewählten Vorgangsmodus. Falls entweder - oder keine Datei angegeben ist, liest xz aus der Standardeingabe und leitet die verarbeiteten Dateien in die Standardausgabe. Wenn die Standardausgabe kein Terminal ist, verweigert xz das Schreiben komprimierter Daten in die Standardausgabe. Dabei wird eine Fehlermeldung angezeigt und die Datei übersprungen. Ebenso verweigert xz das Lesen komprimierter Daten aus der Standardeingabe, wenn diese ein Terminal ist.

Dateien, die nicht als - angegeben sind, werden in eine neue Datei geschrieben, deren Name aus den Namen der Quell-Datei abgeleitet wird (außer wenn --stdout angegeben ist):

  • Bei der Kompression wird das Suffix des Formats der Zieldatei (.xz oder .lzma) an den Namen der Quelldatei angehängt und so der Name der Zieldatei gebildet.
  • Bei der Dekompression wird das Suffix .xz oder .lzma vom Dateinamen entfernt und so der Name der Zieldatei gebildet. Außerdem erkennt xz die Suffixe .txz und .tlz und ersetzt diese durch .tar.

Wenn die Zieldatei bereits existiert, wird eine Fehlermeldung angezeigt und die Datei übersprungen.

Außer beim Schreiben in die Standardausgabe zeigt xz eine Warnung an und überspringt die Datei, wenn eine der folgenden Bedingungen zutreffend ist:

  • Die Datei ist keine reguläre Datei. Symbolischen Verknüpfungen wird nicht gefolgt und daher nicht zu den regulären Dateien gezählt.
  • Die Datei hat mehr als eine harte Verknüpfung.
  • Für die Datei ist das »setuid«-, »setgid«- oder »sticky«-Bit gesetzt.
  • Der Aktionsmodus wird auf Kompression gesetzt und die Datei hat bereits das Suffix des Zieldateiformats (.xz oder .txz beim Komprimieren in das .xz-Format und .lzma oder .tlz beim Komprimieren in das .lzma-Format).
  • Der Aktionsmodus wird auf Dekompression gesetzt und die Datei hat nicht das Suffix eines der unterstützten Zieldateiformate (.xz, .txz, .lzma oder .tlz).

Nach erfolgreicher Kompression oder Dekompression der Datei kopiert xz Eigentümer, Gruppe, Zugriffsrechte, Zugriffszeit und Änderungszeit aus der Ursprungs-Datei in die Zieldatei. Sollte das Kopieren der Gruppe fehlschlagen, werden die Zugriffsrechte so angepasst, dass jenen Benutzern der Zugriff auf die Zieldatei verwehrt bleibt, die auch keinen Zugriff auf die Ursprungs-Datei hatten. Das Kopieren anderer Metadaten wie Zugriffssteuerlisten oder erweiterter Attribute wird von xz noch nicht unterstützt.

Sobald die Zieldatei erfolgreich geschlossen wurde, wird die Ursprungs-Datei entfernt. Dies wird durch die Option --keep verhindert. Die Ursprungs-Datei wird niemals entfernt, wenn die Ausgabe in die Standardausgabe geschrieben wird.

Durch Senden der Signale SIGINFO oder SIGUSR1 an den xz-Prozess werden Fortschrittsinformationen in den Fehlerkanal der Standardausgabe geleitet. Dies ist nur eingeschränkt hilfreich, wenn die Standardfehlerausgabe ein Terminal ist. Mittels --verbose wird ein automatisch aktualisierter Fortschrittsanzeiger angezeigt.

In Abhängigkeit von den gewählten Kompressionseinstellungen bewegt sich der Speicherverbrauch zwischen wenigen hundert Kilobyte und mehrere Gigabyte. Die Einstellungen bei der Kompression einer Datei bestimmen dabei den Speicherbedarf bei der Dekompression. Die Dekompression benötigt üblicherweise zwischen 5 % und 20 % des Speichers, der bei der Kompression der Datei erforderlich war. Beispielsweise benötigt die Dekompression einer Datei, die mit xz -9 komprimiert wurde, gegenwärtig etwa 65 MiB Speicher. Es ist jedoch auch möglich, dass .xz-Dateien mehrere Gigabyte an Speicher zur Dekompression erfordern.

Insbesondere für Benutzer älterer Systeme wird eventuell ein sehr großer Speicherbedarf ärgerlich sein. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, verfügt xz über eine eingebaute Begrenzung des Speicherbedarfs, die allerdings in der Voreinstellung deaktiviert ist. Zwar verfügen einige Betriebssysteme über eingebaute Möglichkeiten zur prozessabhängigen Speicherbegrenzung, doch diese sind zu unflexibel (zum Beispiel kann ulimit(1) beim Begrenzen des virtuellen Speichers mmap(2) beeinträchtigen).

Die Begrenzung des Speicherbedarfs kann mit der Befehlszeilenoption --memlimit=Begrenzung aktiviert werden. Oft ist es jedoch bequemer, die Begrenzung durch Setzen der Umgebungsvariable XZ_DEFAULTS standardmäßig zu aktivieren, zum Beispiel XZ_DEFAULTS=--memlimit=150MiB. Die Begrenzungen können getrennt für Kompression und Dekompression mittels --memlimit-compress=Begrenzung und --memlimit-decompress=Begrenzung festgelegt werden. Die Verwendung einer solchen Option außerhalb der Variable XZ_DEFAULTS ist kaum sinnvoll, da xz in einer einzelnen Aktion nicht gleichzeitig Kompression und Dekompression ausführen kann und --memlimit=Begrenzung (oder -M Begrenzung) lässt sich einfacher in der Befehlszeile eingeben.

Wenn die angegebene Speicherbegrenzung bei der Dekompression überschritten wird, schlägt der Vorgang fehl und xz zeigt eine Fehlermeldung an. Wird die Begrenzung bei der Kompression überschritten, dann versucht xz die Einstellungen entsprechend anzupassen, außer wenn --format=raw oder --no-adjust angegeben ist. Auf diese Weise schlägt die Aktion nicht fehl, es sei denn, die Begrenzung wurde sehr niedrig angesetzt. Die Anpassung der Einstellungen wird schrittweise vorgenommen, allerdings entsprechen die Schritte nicht den Voreinstellungen der Kompressionsstufen. Das bedeutet, wenn beispielsweise die Begrenzung nur geringfügig unter den Anforderungen für xz -9 liegt, werden auch die Einstellungen nur wenig angepasst und nicht vollständig herunter zu den Werten für xz -8

Es ist möglich, .xz-Dateien direkt zu verketten. Solche Dateien werden von xz genauso dekomprimiert wie eine einzelne .xz-Datei.

Es ist weiterhin möglich, eine Auffüllung zwischen den verketteten Teilen oder nach dem letzten Teil einzufügen. Die Auffüllung muss aus Null-Bytes bestehen und deren Größe muss ein Vielfaches von vier Byte sein. Dies kann zum Beispiel dann vorteilhaft sein, wenn die .xz-Datei auf einem Datenträger gespeichert wird, dessen Dateisystem die Dateigrößen in 512-Byte-Blöcken speichert.

Verkettung und Auffüllung sind für .lzma-Dateien oder Rohdatenströme nicht erlaubt.

An den meisten Stellen, wo ein ganzzahliges Argument akzeptiert wird, kann ein optionales Suffix große Ganzzahlwerte einfacher darstellen. Zwischen Ganzzahl und dem Suffix dürfen sich keine Leerzeichen befinden.
KiB
multipliziert die Ganzzahl mit 1.024 (2^10). Ki, k, kB, K und KB werden als Synonyme für KiB akzeptiert.
MiB
multipliziert die Ganzzahl mit 1.048.576 (2^20). Mi, m, M und MB werden als Synonyme für MiB akzeptiert.
GiB
multipliziert die Ganzzahl mit 1.073.741.824 (2^30). Gi, g, G und GB werden als Synonyme für GiB akzeptiert.

Der spezielle Wert max kann dazu verwendet werden, um den von der jeweiligen Option akzeptierten maximalen Ganzzahlwert anzugeben.

Falls mehrere Aktionsmodi angegeben sind, wird der zuletzt angegebene verwendet.
-z, --compress
Kompression. Dies ist der voreingestellte Aktionsmodus, sofern keiner angegeben ist und auch kein bestimmter Modus aus dem Befehlsnamen abgeleitet werden kann (der Befehl unxz impliziert zum Beispiel --decompress).
-d, --decompress, --uncompress
dekomprimpiert.
-t, --test
prüft die Integrität der komprimierten Dateien. Diese Option ist gleichbedeutend mit --decompress --stdout, außer dass die dekomprimierten Daten verworfen werden, anstatt sie in die Standardausgabe zu leiten. Es werden keine Dateien erstellt oder entfernt.
-l, --list
gibt Informationen zu den komprimierten Dateien aus. Es werden keine unkomprimierten Dateien ausgegeben und keine Dateien angelegt oder entfernt. Im Listenmodus kann das Programm keine komprimierten Daten aus der Standardeingabe oder anderen nicht durchsuchbaren Quellen lesen.
Die Liste zeigt in der Standardeinstellung grundlegende Informationen zu den Dateien an, zeilenweise pro Datei. Detailliertere Informationen erhalten Sie mit der Option --verbose. Wenn Sie diese Option zweimal angeben, werden noch ausführlichere Informationen ausgegeben. Das kann den Vorgang allerdings deutlich verlangsamen, da die Ermittlung der zusätzlichen Informationen zahlreiche Suchvorgänge erfordert. Die Breite der ausführlichen Ausgabe ist breiter als 80 Zeichen, daher könnte die Weiterleitung in beispielsweise less -S sinnvoll sein, falls das Terminal nicht breit genug ist.
Die exakte Ausgabe kann in verschiedenen xz-Versionen und Spracheinstellungen unterschiedlich sein. Wenn eine maschinell auswertbare Ausgabe gewünscht ist, dann sollten Sie --robot --list verwenden.

-k, --keep
verhindert das Löschen der Eingabedateien.
-f, --force
Diese Option hat verschiedene Auswirkungen:
  • Wenn die Zieldatei bereits existiert, wird diese vor der Kompression oder Dekompression gelöscht.
  • Die Kompression oder Dekompression wird auch dann ausgeführt, wenn die Eingabe ein symbolischer Link zu einer regulären Datei ist, mehr als einen harten Link hat oder das »setuid«-, »setgid«- oder »sticky«-Bit gesetzt ist. Die genannten Bits werden nicht in die Zieldatei kopiert.
  • Wenn es zusammen mit --decompress und --stdout verwendet wird und xz den Typ der Quelldatei nicht ermitteln kann, wird die Quelldatei unverändert in die Standardausgabe kopiert. Dadurch kann xzcat --force für Dateien, die nicht mit xz komprimiert wurden, wie cat(1) verwendet werden. Zukünftig könnte xz neue Dateikompressionsformate unterstützen, wodurch xz mehr Dateitypen dekomprimieren kann, anstatt sie unverändert in die Standardausgabe zu kopieren. Mit der Option --format=Format können Sie xz anweisen, nur ein einzelnes Dateiformat zu dekomprimieren.
-c, --stdout, --to-stdout
schreibt die komprimierten oder dekomprimierten Daten in die Standardausgabe anstatt in eine Datei. Dies impliziert --keep.
--single-stream
dekomprimiert nur den ersten .xz-Datenstrom und ignoriert stillschweigend weitere Eingabedaten, die möglicherweise dem Datenstrom folgen. Normalerweise führt solcher anhängender Datenmüll dazu, dass xz eine Fehlermeldung ausgibt.
xz dekomprimiert niemals mehr als einen Datenstrom aus .lzma-Dateien oder Rohdatenströmen, aber dennoch wird durch diese Option möglicherweise vorhandener Datenmüll nach der .lzma-Datei oder dem Rohdatenstrom ignoriert.
Diese Option ist wirkungslos, wenn der Aktionsmodus nicht --decompress oder --test ist.
--no-sparse
verhindert die Erzeugung von Sparse-Dateien. In der Voreinstellung versucht xz, bei der Dekompression in eine reguläre Datei eine Sparse-Datei zu erzeugen, wenn die dekomprimierten Daten lange Abfolgen von binären Nullen enthalten. Dies funktioniert auch beim Schreiben in die Standardausgabe, sofern diese in eine reguläre Datei weitergeleitet wird und bestimmte Zusatzbedingungen erfüllt sind, die die Aktion absichern. Die Erzeugung von Sparse-Dateien kann Plattenplatz sparen und beschleunigt die Dekompression durch Verringerung der Ein-/Ausgaben der Platte.
-S .suf, --suffix=.suf
verwendet .suf bei der Dekompression anstelle von .xz oder .lzma als Suffix für die Zieldatei. Falls nicht in die Standardausgabe geschrieben wird und die Quelldatei bereits das Suffix .suf hat, wird eine Warnung angezeigt und die Datei übersprungen.
berücksichtigt bei der Dekompression zusätzlich zu Dateien mit den Suffixen .xz, .txz, .lzma oder .tlz auch jene mit dem Suffix .suf. Falls die Quelldatei das Suffix .suf hat, wird dieses entfernt und so der Name der Zieldatei abgeleitet.
Beim Komprimieren oder Dekomprimieren von Rohdatenströmen mit --format=raw muss das Suffix stets angegeben werden, außer wenn die Ausgabe in die Standardausgabe erfolgt. Der Grund dafür ist, dass es kein vorgegebenes Suffix für Rohdatenströme gibt.
--files[=Datei]
liest die zu verarbeitenden Dateinamen aus Datei. Falls keine Datei angegeben ist, werden die Dateinamen aus der Standardeingabe gelesen. Dateinamen müssen mit einem Zeilenumbruch beendet werden. Ein Bindestrich (-) wird als regulärer Dateiname angesehen und nicht als Standardeingabe interpretiert. Falls Dateinamen außerdem als Befehlszeilenargumente angegeben sind, werden diese vor den Dateinamen aus der Datei verarbeitet.
--files0[=Datei]
Dies ist gleichbedeutend mit --files[=Datei], außer dass jeder Dateiname mit einem Null-Zeichen abgeschlossen werden muss.

-F Format, --format=Format
gibt das Format der zu komprimierenden oder dekomprimierenden Datei an:
auto
Dies ist die Voreinstellung. Bei der Kompression ist auto gleichbedeutend mit xz. Bei der Dekompression wird das Format der Eingabedatei automatisch erkannt. Beachten Sie, dass Rohdatenströme, wie sie mit --format=raw erzeugt werden, nicht automatisch erkannt werden können.
xz
Die Kompression erfolgt in das .xz-Dateiformat oder akzeptiert nur .xz-Dateien bei der Dekompression.
lzma, alone
Die Kompression erfolgt in das veraltete .lzma-Dateiformat oder akzeptiert nur .lzma-Dateien bei der Dekompression. Der alternative Name alone dient der Abwärtskompatibilität zu den LZMA-Dienstprogrammen.
raw
Komprimiert oder dekomprimiert einen Rohdatenstrom (ohne Header). Diese Option ist nur für fortgeschrittene Benutzer bestimmt. Zum Dekodieren von Rohdatenströmen müssen Sie die Option --format=raw verwenden und die Filterkette ausdrücklich angeben, die normalerweise in den (hier fehlenden) Container-Headern gespeichert worden wäre.
-C Prüfung, --check=Prüfung
gibt den Typ der Integritätsprüfung an. Die Prüfsumme wird aus den unkomprimierten Daten berechnet und in der .xz-Datei gespeichert. Diese Option wird nur bei der Kompression in das .xz-Format angewendet, da das .lzma-Format keine Integritätsprüfungen unterstützt. Die eigentliche Integritätsprüfung erfolgt (falls möglich), wenn die .xz-Datei dekomprimiert wird.
Folgende Typen von Prüfungen werden unterstützt:
none
führt keine Integritätsprüfung aus. Dies ist eine eher schlechte Idee. Dennoch kann es nützlich sein, wenn die Integrität der Daten auf andere Weise sichergestellt werden kann.
crc32
berechnet die CRC32-Prüfsumme anhand des Polynoms aus IEEE-802.3 (Ethernet).
crc64
berechnet die CRC64-Prüfsumme anhand des Polynoms aus ECMA-182. Dies ist die Voreinstellung, da beschädigte Dateien etwas besser als mit CRC32 erkannt werden und die Geschwindigkeitsdifferenz unerheblich ist.
sha256
berechnet die SHA-256-Prüfsumme. Dies ist etwas langsamer als CRC32 und CRC64.
Die Integrität der .xz-Header wird immer mit CRC32 geprüft. Es ist nicht möglich, dies zu ändern oder zu deaktivieren.
--ignore-check
verifiziert die Integritätsprüfsumme der komprimierten Daten bei der Dekompression nicht. Die CRC32-Werte in den .xz-Headern werden weiterhin normal verifiziert.
Verwenden Sie diese Option nicht, außer Sie wissen, was Sie tun. Mögliche Gründe, diese Option zu verwenden:
  • Versuchen, Daten aus einer beschädigten .xz-Datei wiederherzustellen.
  • Erhöhung der Geschwindigkeit bei der Dekompression. Dies macht sich meist mit SHA-256 bemerkbar, oder mit Dateien, die extrem stark komprimiert sind. Wir empfehlen, diese Option nicht für diesen Zweck zu verwenden, es sei denn, die Integrität der Datei wird extern auf andere Weise überprüft.
-0-9
wählt eine der voreingestellten Kompressionsstufen, standardmäßig -6. Wenn mehrere Voreinstellungsstufen angegeben sind, ist nur die zuletzt angegebene wirksam. Falls bereits eine benutzerdefinierte Filterkette angegeben wurde, wird diese durch die Festlegung der Voreinstellung geleert.
Die Unterschiede zwischen den Voreinstellungsstufen sind deutlicher als bei gzip(1) und bzip2(1). Die gewählten Kompressionseinstellungen bestimmen den Speicherbedarf bei der Dekompression, daher ist es auf älteren Systemen mit wenig Speicher bei einer zu hoch gewählten Voreinstellung schwer, eine Datei zu dekomprimieren. Insbesondere ist es keine gute Idee, blindlings -9 für alles zu verwenden, wie dies häufig mit gzip(1) und bzip2(1) gehandhabt wird.
-0-3
Diese Voreinstellungen sind recht schnell. -0 ist manchmal schneller als gzip -9, wobei aber die Kompression wesentlich besser ist. Die schnelleren Voreinstellungen sind im Hinblick auf die Geschwindigkeit mit bzip2(1) vergleichbar , mit einem ähnlichen oder besseren Kompressionsverhältnis, wobei das Ergebnis aber stark vom Typ der zu komprimierenden Daten abhängig ist.
-4-6
Gute bis sehr gute Kompression, wobei der Speicherbedarf für die Dekompression selbst auf alten Systemen akzeptabel ist. -6 ist die Voreinstellung, welche üblicherweise eine gute Wahl ist, zum Beispiel für die Verteilung von Dateien, die selbst noch auf Systemen mit nur 16 MiB Arbeitsspeicher dekomprimiert werden müssen (-5e oder -6e sind ebenfalls eine Überlegung wert. Siehe --extreme).
-7 … -9
Ähnlich wie -6, aber mit einem höheren Speicherbedarf für die Kompression und Dekompression. Sie sind nur nützlich, wenn Dateien komprimiert werden sollen, die größer als 8 MiB, 16 MiB beziehungsweise 32 MiB sind.
Auf der gleichen Hardware ist die Dekompressionsgeschwindigkeit ein nahezu konstanter Wert in Bytes komprimierter Daten pro Sekunde. Anders ausgedrückt: Je besser die Kompression, umso schneller wird üblicherweise die Dekompression sein. Das bedeutet auch, dass die Menge der pro Sekunde ausgegebenen unkomprimierten Daten stark variieren kann.
Die folgende Tabelle fasst die Eigenschaften der Voreinstellungen zusammen:

Voreinstellung DictGröße KompCPU KompSpeicher DekSpeicher
-0 256 KiB 0 3 MiB 1 MiB
-1 1 MiB 1 9 MiB 2 MiB
-2 2 MiB 2 17 MiB 3 MiB
-3 4 MiB 3 32 MiB 5 MiB
-4 4 MiB 4 48 MiB 5 MiB
-5 8 MiB 5 94 MiB 9 MiB
-6 8 MiB 6 94 MiB 9 MiB
-7 16 MiB 6 186 MiB 17 MiB
-8 32 MiB 6 370 MiB 33 MiB
-9 64 MiB 6 674 MiB 65 MiB
Spaltenbeschreibungen:
  • DictGröße ist die Größe des LZMA2-Wörterbuchs. Es ist Speicherverschwendung, ein Wörterbuch zu verwenden, das größer als die unkomprimierte Datei ist. Daher ist es besser, die Voreinstellungen -7-9 zu vermeiden, falls es keinen wirklichen Bedarf dafür gibt. Mit -6 und weniger wird üblicherweise so wenig Speicher verschwendet, dass dies nicht ins Gewicht fällt.
  • KompCPU ist eine vereinfachte Repräsentation der LZMA2-Einstellungen, welche die Kompressionsgeschwindigkeit beeinflussen. Die Wörterbuchgröße wirkt sich ebenfalls auf die Geschwindigkeit aus. Während KompCPU für die Stufen -6 bis -9 gleich ist, tendieren höhere Stufen dazu, etwas langsamer zu sein. Um eine noch langsamere, aber möglicherweise bessere Kompression zu erhalten, siehe --extreme.
  • KompSpeicher enthält den Speicherbedarf des Kompressors im Einzel-Thread-Modus. Dieser kann zwischen den xz-Versionen leicht variieren. Der Speicherbedarf einiger der zukünftigen Multithread-Modi kann dramatisch höher sein als im Einzel-Thread-Modus.
  • DekSpeicher enthält den Speicherbedarf für die Dekompression. Das bedeutet, dass die Kompressionseinstellungen den Speicherbedarf bei der Dekompression bestimmen. Der exakte Speicherbedarf bei der Dekompression ist geringfügig größer als die Größe des LZMA2-Wörterbuchs, aber die Werte in der Tabelle wurden auf ganze MiB aufgerundet.
-e, --extreme
verwendet eine langsamere Variante der gewählten Kompressions-Voreinstellungsstufe (-0-9), um hoffentlich ein etwas besseres Kompressionsverhältnis zu erreichen, das aber in ungünstigen Fällen auch schlechter werden kann. Der Speicherverbrauch bei der Dekompression wird dabei nicht beeinflusst, aber der Speicherverbrauch der Kompression steigt in der Voreinstellungsstufen -0 bis -3 geringfügig an.
Da es zwei Voreinstellungen mit den Wörterbuchgrößen 4 MiB und 8 MiB gibt, verwenden die Voreinstellungsstufen -3e und -5e etwas schnellere Einstellungen (niedrigere KompCPU) als -4e beziehungsweise -6e. Auf diese Weise sind zwei Voreinstellungen nie identisch.

Voreinstellung DictGröße KompCPU KompSpeicher DekSpeicher
-0e 256 KiB 8 4 MiB 1 MiB
-1e 1 MiB 8 13 MiB 2 MiB
-2e 2 MiB 8 25 MiB 3 MiB
-3e 4 MiB 7 48 MiB 5 MiB
-4e 4 MiB 8 48 MiB 5 MiB
-5e 8 MiB 7 94 MiB 9 MiB
-6e 8 MiB 8 94 MiB 9 MiB
-7e 16 MiB 8 186 MiB 17 MiB
-8e 32 MiB 8 370 MiB 33 MiB
-9e 64 MiB 8 674 MiB 65 MiB
Zum Beispiel gibt es insgesamt vier Voreinstellungen, die ein 8 MiB großes Wörterbuch verwenden, deren Reihenfolge von der schnellsten zur langsamsten -5, -6, -5e und -6e ist.
--fast
--best
sind etwas irreführende Aliase für -0 beziehungsweise -9. Sie werden nur zwecks Abwärtskompatibilität zu den LZMA-Dienstprogrammen bereitgestellt. Sie sollten diese Optionen besser nicht verwenden.
--block-size=Größe
teilt beim Komprimieren in das .xz-Format die Eingabedaten in Blöcke der angegebenen Größe in Byte. Die Blöcke werden unabhängig voneinander komprimiert, was dem Multi-Threading entgegen kommt und Zufallszugriffe bei der Dekompression begrenzt. Diese Option wird typischerweise eingesetzt, um die vorgegebene Blockgröße im Multi-Thread-Modus außer Kraft zu setzen, aber sie kann auch im Einzel-Thread-Modus angewendet werden.
Im Multi-Thread-Modus wird etwa die dreifache Größe in jedem Thread zur Pufferung der Ein- und Ausgabe belegt. Die vorgegebene Größe ist das Dreifache der Größe des LZMA2-Wörterbuchs oder 1 MiB, je nachdem, was mehr ist. Typischerweise ist das Zwei- bis Vierfache der Größe des LZMA2-Wörterbuchs oder wenigstens 1 MB ein guter Wert. Eine Größe, die geringer ist als die des LZMA2-Wörterbuchs, ist Speicherverschwendung, weil dann der LZMA2-Wörterbuchpuffer niemals vollständig genutzt werden würde. Die Größe der Blöcke wird in den Block-Headern gespeichert, die von einer zukünftigen Version von xz für eine Multi-Thread-Dekompression genutzt wird.
Im Einzel-Thread-Modus werden die Blöcke standardmäßig nicht geteilt. Das Setzen dieser Option wirkt sich nicht auf den Speicherbedarf aus. In den Block-Headern werden keine Größeninformationen gespeichert, daher werden im Einzel-Thread-Modus erzeugte Dateien nicht zu den im Multi-Thread-Modus erzeugten Dateien identisch sein. Das Fehlen der Größeninformation bedingt auch, dass eine zukünftige Version von xz nicht in der Lage sein wird, die Dateien im Multi-Thread-Modus zu dekomprimieren.
--block-list=Größen
beginnt bei der Kompression in das .xz-Format nach den angegebenen Intervallen unkomprimierter Daten einen neuen Block.
Die unkomprimierte Größe der Blöcke wird in einer durch Kommata getrennten Liste angegeben. Auslassen einer Größe (zwei oder mehr aufeinander folgende Kommata) ist ein Kürzel dafür, die Größe des vorherigen Blocks zu verwenden.
Falls die Eingabedatei größer ist als die Summe der Größen, dann wird der letzte in Größe angegebene Wert bis zum Ende der Datei wiederholt. Mit dem speziellen Wert 0 können Sie angeben, dass der Rest der Datei als einzelner Block kodiert werden soll.
Falls Sie Größen angeben, welche die Blockgröße des Encoders übersteigen (entweder den Vorgabewert im Thread-Modus oder den mit --block-size=Größe angegebenen Wert), wird der Encoder zusätzliche Blöcke erzeugen, wobei die in den Größen angegebenen Grenzen eingehalten werden. Wenn Sie zum Beispiel --block-size=10MiB --block-list=5MiB,10MiB,8MiB,12MiB,24MiB angeben und die Eingabedatei 80 MiB groß ist, erhalten Sie 11 Blöcke: 5, 10, 8, 10, 2, 10, 10, 4, 10, 10 und 1 MiB.
Im Multi-Thread-Modus werden die Blockgrößen in den Block-Headern gespeichert. Dies geschieht im Einzel-Thread-Modus nicht, daher wird die kodierte Ausgabe zu der im Multi-Thread-Modus nicht identisch sein.
--flush-timeout=Zeit
löscht bei der Kompression die ausstehenden Daten aus dem Encoder und macht sie im Ausgabedatenstrom verfügbar, wenn mehr als die angegebene Zeit in Millisekunden (als positive Ganzzahl) seit dem vorherigen Löschen vergangen ist und das Lesen weiterer Eingaben blockieren würde. Dies kann nützlich sein, wenn xz zum Komprimieren von über das Netzwerk eingehenden Daten verwendet wird. Kleine Zeit-Werte machen die Daten unmittelbar nach dem Empfang nach einer kurzen Verzögerung verfügbar, während große Zeit-Werte ein besseres Kompressionsverhältnis bewirken.
Dieses Funktionsmerkmal ist standardmäßig deaktiviert. Wenn diese Option mehrfach angegeben wird, ist die zuletzt angegebene wirksam. Für die Angabe der Zeit kann der spezielle Wert 0 verwendet werden, um dieses Funktionsmerkmal explizit zu deaktivieren.
Dieses Funktionsmerkmal ist außerhalb von POSIX-Systemen nicht verfügbar.
Dieses Funktionsmerkmal ist noch experimentell. Gegenwärtig ist xz aufgrund der Art und Weise, wie xz puffert, für Dekompression in Echtzeit ungeeignet.
--memlimit-compress=Grenze
legt eine Grenze für die Speichernutzung bei der Kompression fest. Wenn diese Option mehrmals angegeben wird, ist die zuletzt angegebene wirksam.
Falls die Kompressionseinstellungen die Grenze überschreiten, passt xz die Einstellungen nach unten an, so dass die Grenze nicht mehr überschritten wird und zeigt einen Hinweis an, dass eine automatische Anpassung vorgenommen wurde. Solche Anpassungen erfolgen nicht, wenn mit --format=raw komprimiert wird oder wenn --no-adjust angegeben wurde. In diesen Fällen wird eine Fehlermeldung mit dem Exit-Status 1 ausgegeben und xz mit dem Exit-Status 1 beendet.
Die Grenze kann auf verschiedene Arten angegeben werden:
  • Die Grenze kann ein absoluter Wert in Byte sein. Ein Suffix wie MiB kann dabei hilfreich sein. Beispiel: --memlimit-compress=80MiB.
  • Die Grenze kann als Prozentsatz des physischen Gesamtspeichers (RAM) angegeben werden. Dies ist insbesondere nützlich, wenn in einem Shell-Initialisierungsskript, das mehrere unterschiedliche Rechner gemeinsam verwenden, die Umgebungsvariable XZ_DEFAULTS gesetzt ist. Auf diese Weise ist die Grenze auf Systemen mit mehr Speicher höher. Beispiel: --memlimit-compress=70%
  • Mit 0 kann die Grenze auf den Standardwert zurückgesetzt werden. Dies ist gegenwärtig gleichbedeutend mit dem Setzen der Grenze auf max (keine Speicherbegrenzung). Sobald die Unterstützung für Multi-Threading implementiert wurde, kann es im Multi-Thread-Fall einen Unterschied zwischen 0 und max geben, daher wird empfohlen, 0 anstelle von max zu verwenden, bis die Einzelheiten hierzu geklärt sind.
Siehe auch den Abschnitt Speicherbedarf.
--memlimit-decompress=Grenze
legt eine Begrenzung des Speicherverbrauchs für die Dekompression fest. Dies beeinflusst auch den Modus --list. Falls die Aktion nicht ausführbar ist, ohne die Grenze zu überschreiten, gibt xz eine Fehlermeldung aus und die Dekompression wird fehlschlagen. Siehe --memlimit-compress=Grenze zu möglichen Wegen, die Grenze anzugeben.
-M Grenze, --memlimit=Grenze, --memory=Grenze
Dies ist gleichbedeutend mit --memlimit-compress=Grenze --memlimit-decompress=Grenze.
--no-adjust
zeigt einen Fehler an und bricht die Ausführung ab, falls die Kompressionseinstellungen die Begrenzung der Speichernutzung überschreiten. Standardmäßig werden die Einstellungen nach unten korrigiert, so dass diese Grenze nicht überschritten wird. Bei der Erzeugung von Rohdatenströmen (--format=raw) ist die automatische Korrektur stets deaktiviert.
-T Threads, --threads=Threads
gibt die Anzahl der zu verwendenden Arbeits-Threads an. Wenn Sie Threads auf einen speziellen Wert 0 setzen, verwendet xz so viele Threads, wie Prozessorkerne im System verfügbar sind. Die tatsächliche Anzahl kann geringer sein als die angegebenen Threads, wenn die Eingabedatei nicht groß genug für Threading mit den gegebenen Einstellungen ist oder wenn mehr Threads die Speicherbegrenzung übersteigen würden.
Die gegenwärtig einzige Threading-Methode teilt die Eingabe in Blöcke und komprimiert diese unabhängig voneinander. Die vorgegebene Blockgröße ist von der Kompressionsstufe abhängig und kann mit der Option --block-size=Größe außer Kraft gesetzt werden.
Eine thread-basierte Dekompression wurde bislang noch nicht implementiert. Sie wird nur bei Dateien funktionieren, die mehrere Blöcke mit Größeninformationen in deren Headern enthalten. Alle im Multi-Thread-Modus komprimierten Dateien erfüllen diese Bedingung, im Einzel-Thread-Modus komprimierte Dateien dagegen nicht, selbst wenn --block-size=Größe verwendet wird.

Eine benutzerdefinierte Filterkette ermöglicht die Angabe detaillierter Kompressionseinstellungen, anstatt von den Voreinstellungen auszugehen. Wenn eine benutzerdefinierte Filterkette angegeben wird, werden die vorher in der Befehlszeile angegebenen Voreinstellungsoptionen (-0-9 und --extreme) außer Kraft gesetzt. Wenn eine Voreinstellungsoption nach einer oder mehreren benutzerdefinierten Filterkettenoptionen angegeben wird, dann wird die neue Voreinstellung wirksam und die zuvor angegebenen Filterkettenoptionen werden außer Kraft gesetzt.

Eine Filterkette ist mit dem Piping (der Weiterleitung) in der Befehlszeile vergleichbar. Bei der Kompression gelangt die unkomprimierte Eingabe in den ersten Filter, dessen Ausgabe wiederum in den zweiten Filter geleitet wird (sofern ein solcher vorhanden ist). Die Ausgabe des letzten Filters wird in die komprimierte Datei geschrieben. In einer Filterkette sind maximal vier Filter zulässig, aber typischerweise besteht eine Filterkette nur aus einem oder zwei Filtern.

Bei vielen Filtern ist die Positionierung in der Filterkette eingeschränkt: Einige Filter sind nur als letzte in der Kette verwendbar, einige können nicht als letzte Filter gesetzt werden, und andere funktionieren an beliebiger Stelle. Abhängig von dem Filter ist diese Beschränkung entweder auf das Design des Filters selbst zurückzuführen oder ist aus Sicherheitsgründen vorhanden.

Eine benutzerdefinierte Filterkette wird durch eine oder mehrere Filteroptionen in der Reihenfolge angegeben, in der sie in der Filterkette wirksam werden sollen. Daher ist die Reihenfolge der Filteroptionen von signifikanter Bedeutung! Beim Dekodieren von Rohdatenströmen (--format=raw) wird die Filterkette in der gleichen Reihenfolge angegeben wie bei der Kompression.

Filter akzeptieren filterspezifische Optionen in einer durch Kommata getrennten Liste. Zusätzliche Kommata in den Optionen werden ignoriert. Jede Option hat einen Standardwert, daher brauchen Sie nur jene anzugeben, die Sie ändern wollen.

Um die gesamte Filterkette und die Optionen anzuzeigen, rufen Sie xz -vv auf (was gleichbedeutend mit der zweimaligen Angabe von --verbose ist). Dies funktioniert auch zum Betrachten der von den Voreinstellungen verwendeten Filterkettenoptionen.

--lzma1[=Optionen]
--lzma2[=Optionen]
fügt LZMA1- oder LZMA2-Filter zur Filterkette hinzu. Diese Filter können nur als letzte Filter in der Kette verwendet werden.
LZMA1 ist ein veralteter Filter, welcher nur wegen des veralteten .lzma-Dateiformats unterstützt wird, welches nur LZMA1 unterstützt. LZMA2 ist eine aktualisierte Version von LZMA1, welche einige praktische Probleme von LZMA1 behebt. Das .xz-Format verwendet LZMA2 und unterstützt LZMA1 gar nicht. Kompressionsgeschwindigkeit und -verhältnis sind bei LZMA1 und LZMA2 praktisch gleich.
LZMA1 und LZMA2 haben die gleichen Optionen:
preset=Voreinstellung
setzt alle LZMA1- oder LZMA2-Optionen auf die Voreinstellung zurück. Diese Voreinstellung wird in Form einer Ganzzahl angegeben, der ein aus einem einzelnen Buchstaben bestehender Voreinstellungsmodifikator folgen kann. Die Ganzzahl kann 0 bis 9 sein, entsprechend den Befehlszeilenoptionen -0-9. Gegenwärtig ist e der einzige unterstützte Modifikator, was --extreme entspricht. Wenn keine Voreinstellung angegeben ist, werden die Standardwerte der LZMA1- oder LZMA2-Optionen der Voreinstellung 6 entnommen.
dict=Größe
Die Größe des Wörterbuchs (Chronikpuffers) gibt an, wie viel Byte der kürzlich verarbeiteten unkomprimierten Daten im Speicher behalten werden sollen. Der Algorithmus versucht, sich wiederholende Byte-Abfolgen (Übereinstimmungen) in den unkomprimierten Daten zu finden und diese durch Referenzen zu den Daten zu ersetzen, die sich gegenwärtig im Wörterbuch befinden. Je größer das Wörterbuch, umso größer ist die Chance, eine Übereinstimmung zu finden. Daher bewirkt eine Erhöhung der Größe des Wörterbuchs üblicherweise ein besseres Kompressionsverhältnis, aber ein Wörterbuch, das größer ist als die unkomprimierte Datei, wäre Speicherverschwendung.
Typische Wörterbuch-Größen liegen im Bereich von 64 KiB bis 64 MiB. Das Minimum ist 4 KiB. Das Maximum für die Kompression ist gegenwärtig 1.5 GiB (1536 MiB). Bei der Dekompression wird bereits eine Wörterbuchgröße bis zu 4 GiB minus 1 Byte unterstützt, welche das Maximum für die LZMA1- und LZMA2-Datenstromformate ist.
Die Größe des Wörterbuchs und der Übereinstimmungsfinder (Üf) bestimmen zusammen den Speicherverbrauch des LZMA1- oder LZMA2-Kodierers. Bei der Dekompression ist ein Wörterbuch der gleichen Größe (oder ein noch größeres) wie bei der Kompression erforderlich, daher wird der Speicherverbrauch des Dekoders durch die Größe des bei der Kompression verwendeten Wörterbuchs bestimmt. Die .xz-Header speichern die Größe des Wörterbuchs entweder als 2^n oder 2^n + 2^(n-1), so dass diese Größen für die Kompression etwas bevorzugt werden. Andere Größen werden beim Speichern in den .xz-Headern aufgerundet.
lc=lc
gibt die Anzahl der literalen Kontextbits an. Das Minimum ist 0 und das Maximum 4; der Standardwert ist 3. Außerdem darf die Summe von lc und lp nicht größer als 4 sein.
Alle Bytes, die nicht als Übereinstimmungen kodiert werden können, werden als Literale kodiert. Solche Literale sind einfache 8-bit-Bytes, die jeweils für sich kodiert werden.
Bei der Literalkodierung wird angenommen, dass die höchsten lc-Bits des zuvor unkomprimierten Bytes mit dem nächsten Byte in Beziehung stehen. Zum Beispiel folgt in typischen englischsprachigen Texten auf einen Großbuchstaben ein Kleinbuchstabe und auf einen Kleinbuchstaben üblicherweise wieder ein Kleinbuchstabe. Im US-ASCII-Zeichensatz sind die höchsten drei Bits 010 für Großbuchstaben und 011 für Kleinbuchstaben. Wenn lc mindestens 3 ist, kann die literale Kodierung diese Eigenschaft der unkomprimierten Daten ausnutzen.
Der Vorgabewert (3) ist üblicherweise gut. Wenn Sie die maximale Kompression erreichen wollen, versuchen Sie lc=4. Manchmal hilft es ein wenig, doch manchmal verschlechtert es die Kompression. Im letzteren Fall versuchen Sie zum Beispiel auch lc=2.
lp=lp
gibt die Anzahl der literalen Positionsbits an. Das Minimum ist 0 und das Maximum 4; die Vorgabe ist 0.
Lp beeinflusst, welche Art der Ausrichtung der unkomprimierten Daten beim Kodieren von Literalen angenommen wird. Siehe pb weiter unten für weitere Informationen zur Ausrichtung.
pb=Anzahl
legt die Anzahl der Positions-Bits fest. Das Minimum ist 0 und das Maximum 4; Standard ist 2.
Pb beeinflusst, welche Art der Ausrichtung der unkomprimierten Daten generell angenommen wird. Standardmäßig wird eine Vier-Byte-Ausrichtung angenommen (2^pb=2^2=4), was oft eine gute Wahl ist, wenn es keine bessere Schätzung gibt.
Wenn die Ausrichtung bekannt ist, kann das entsprechende Setzen von pb die Dateigröße ein wenig verringern. Wenn Textdateien zum Beispiel eine Ein-Byte-Ausrichtung haben (US-ASCII, ISO-8859-*, UTF-8), kann das Setzen von pb=0 die Kompression etwas verbessern. Für UTF-16-Text ist pb=1 eine gute Wahl. Wenn die Ausrichtung eine ungerade Zahl wie beispielsweise 3 Byte ist, könnte pb=0 die beste Wahl sein.
Obwohl die angenommene Ausrichtung mit pb und lp angepasst werden kann, bevorzugen LZMA1 und LZMA2 noch etwas die 16-Byte-Ausrichtung. Das sollten Sie vielleicht beim Design von Dateiformaten berücksichtigen, die wahrscheinlich oft mit LZMA1 oder LZMA2 komprimiert werden.
mf=Üf
Der Übereinstimmungsfinder hat einen großen Einfluss auf die Geschwindigkeit des Kodierers, den Speicherbedarf und das Kompressionsverhältnis. Üblicherweise sind auf Hash-Ketten basierende Übereinstimmungsfinder schneller als jene, die mit Binärbäumen arbeiten. Die Vorgabe hängt von der Voreinstellungsstufe ab: 0 verwendet hc3, 1-3 verwenden hc4 und der Rest verwendet bt4.
Die folgenden Übereinstimmungsfinder werden unterstützt. Die Formeln zur Ermittlung des Speicherverbrauchs sind grobe Schätzungen, die der Realität am nächsten kommen, wenn Wörterbuch eine Zweierpotenz ist.
hc3
Hash-Kette mit 2- und 3-Byte-Hashing
Minimalwert für nice: 3
Speicherbedarf:
dict * 7,5 (falls dict <= 16 MiB);
dict * 5,5 + 64 MiB (falls dict > 16 MiB)
hc4
Hash-Kette mit 2-, 3- und 4-Byte-Hashing
Minimaler Wert für nice: 4
Speicherbedarf:
dict * 7,5 (falls dict <= 32 MiB ist);
dict * 6,5 (falls dict > 32 MiB ist)
bt2
Binärbaum mit 2-Byte-Hashing
Minimaler Wert für nice: 2
Speicherverbrauch: dict * 9.5
bt3
Binärbaum mit 2- und 3-Byte-Hashing
Minimalwert für nice: 3
Speicherbedarf:
dict * 11,5 (falls dict <= 16 MiB ist);
dict * 9,5 + 64 MiB (falls dict > 16 MiB ist)
bt4
Binärbaum mit 2-, 3- und 4-Byte-Hashing
Minimaler Wert für nice: 4
Speicherbedarf:
dict * 11,5 (falls dict <= 32 MiB ist);
dict * 10,5 (falls dict > 32 MiB ist)
mode=Modus
gibt die Methode zum Analysieren der vom Übereinstimmungsfinder gelieferten Daten an. Als Modi werden fast und normal unterstützt. Die Vorgabe ist fast für die Voreinstellungsstufen 0-3 und normal für die Voreinstellungsstufen 4-9.
Üblicherweise wird fast mit Hashketten-basierten Übereinstimmungsfindern und normal mit Binärbaum-basierten Übereinstimmungsfindern verwendet. So machen es auch die Voreinstellungsstufen.
nice=nice
gibt an, was als annehmbarer Wert für eine Übereinstimmung angesehen werden kann. Wenn eine Übereinstimmung gefunden wird, die mindestens diesen nice-Wert hat, sucht der Algorithmus nicht weiter nach besseren Übereinstimmungen.
Der nice-Wert kann 2-273 Byte sein. Höhere Werte tendieren zu einem besseren Kompressionsverhältnis, aber auf Kosten der Geschwindigkeit. Die Vorgabe hängt von der Voreinstellungsstufe ab.
depth=Tiefe
legt die maximale Suchtiefe im Übereinstimmungsfinder fest. Vorgegeben ist der spezielle Wert 0, der den Kompressor veranlasst, einen annehmbaren Wert für Tiefe aus Üf und nice-Wert zu bestimmen.
Die angemessene Tiefe für Hash-Ketten ist 4-100 und 16-1000 für Binärbäume. Hohe Werte für die Tiefe können den Kodierer bei einigen Dateien extrem verlangsamen. Vermeiden Sie es, die Tiefe über einen Wert von 100 zu setzen, oder stellen Sie sich darauf ein, die Kompression abzubrechen, wenn sie zu lange dauert.
Beim Dekodieren von Rohdatenströmen (--format=raw) benötigt LZMA2 nur die Wörterbuch-Größe. LZMA1 benötigt außerdem lc, lp und pb.
--x86[=Optionen]
--powerpc[=Optionen]
--ia64[=Optionen]
--arm[=Optionen]
--armthumb[=Optionen]
--sparc[=Optionen]
fügt ein »Branch/Call/Jump«-(BCJ-)Filter zur Filterkette hinzu. Diese Filter können nicht als letzter Filter in der Filterkette verwendet werden.
Ein BCJ-Filter wandelt relative Adressen im Maschinencode in deren absolute Gegenstücke um. Die Datengröße wird dadurch nicht geändert, aber die Redundanz erhöht, was LZMA2 dabei helfen kann, eine um 10 bis 15% kleinere .xz-Datei zu erstellen. Die BCJ-Filter sind immer reversibel, daher verursacht die Anwendung eines BCJ-Filters auf den falschen Datentyp keinen Datenverlust, wobei aber das Kompressionsverhältnis etwas schlechter werden könnte.
Es ist in Ordnung, einen BCJ-Filter auf eine gesamte Binärdatei anzuwenden; es ist nicht nötig, dies nur auf den binären Bereich zu beschränken. Die Anwendung eines BCJ-Filters auf ein Archiv, das sowohl binäre als auch nicht-binäre Dateien enthält, kann gute Ergebnisse liefern, muss es aber nicht. Daher ist es generell nicht gut, einen BCJ-Filter blindlings anzuwenden, wenn Sie Binärpakete zwecks Weitergabe komprimieren wollen.
Diese BCJ-Filter sind sehr schnell und erhöhen den Speicherbedarf nur unerheblich. Wenn ein BCJ-Filter das Kompressionsverhältnis einer Datei verbessert, kann er auch gleichzeitig die Dekompressionsgeschwindigkeit verbessern. Das kommt daher, dass auf der gleichen Hardware die Dekompressionsgeschwindigkeit von LZMA2 ungefähr eine feste Anzahl Byte an komprimierten Daten pro Sekunde ist.
Diese BCJ-Filter haben bekannte Probleme mit dem Kompressionsverhältnis:
  • In einigen Dateitypen, die ausführbaren Code enthalten (zum Beispiel Objektdateien, statische Bibliotheken und Linux-Kernelmodule), sind die Adressen in den Anweisungen mit Füllwerten gefüllt. Diese BCJ-Filter führen dennoch die Adressumwandlung aus, wodurch die Kompression bei diesen Dateien schlechter wird.
  • Bei der Anwendung eines BCJ-Filters auf ein Archiv, das mehrere ähnliche Binärdateien enthält, kann das Kompressionsverhältnis schlechter sein als ohne BCJ-Filter. Das kommt daher, weil der BCJ-Filter die Grenzen der Binärdateien nicht erkennt und den Zähler der Adressumwandlung für jede Binärdatei nicht zurücksetzt.
Beide der oben genannten Probleme werden in der Zukunft in einem neuen Filter nicht mehr auftreten. Die alten BCJ-Filter werden noch in eingebetteten Systemen von Nutzen sein, weil der Dekoder des neuen Filters größer sein und mehr Speicher beanspruchen wird.
Verschiedene Befehlssätze haben unterschiedliche Ausrichtungen:

Filter Ausrichtung Hinweise
x86 1 32-Bit oder 64-Bit x86
PowerPC 4 Nur Big Endian
ARM 4 Nur Little Endian
ARM-Thumb 2 Nur Little Endian
IA-64 16 Big oder Little Endian
SPARC 4 Big oder Little Endian
Da die BCJ-gefilterten Daten üblicherweise mit LZMA2 komprimiert sind, kann das Kompressionsverhältnis dadurch etwas verbessert werden, dass die LZMA2-Optionen so gesetzt werden, dass sie der Ausrichtung des gewählten BCJ-Filters entsprechen. Zum Beispiel ist es beim IA-64-Filter eine gute Wahl, pb=4 mit LZMA2 zu setzen (2^4=16). Der x86-Filter bildet dabei eine Ausnahme; Sie sollten bei der für LZMA2 voreingestellten 4-Byte-Ausrichtung bleiben, wenn Sie x86-Binärdateien komprimieren.
Alle BCJ-Filter unterstützen die gleichen Optionen:
start=Versatz
gibt den Start-Versatz an, der bei der Umwandlung zwischen relativen und absoluten Adressen verwendet wird. Der Versatz muss ein Vielfaches der Filterausrichtung sein (siehe die Tabelle oben). Der Standardwert ist 0. In der Praxis ist dieser Standardwert gut; die Angabe eines benutzerdefinierten Versatzes ist fast immer unnütz.
--delta[=Optionen]
fügt den Delta-Filter zur Filterkette hinzu. Der Delta-Filter kann nicht als letzter Filter in der Filterkette verwendet werden.
Gegenwärtig wird nur eine einfache, Byte-bezogene Delta-Berechnung unterstützt. Beim Komprimieren von zum Beispiel unkomprimierten Bitmap-Bildern oder unkomprimierten PCM-Audiodaten kann es jedoch sinnvoll sein. Dennoch können für spezielle Zwecke entworfene Algorithmen deutlich bessere Ergebnisse als Delta und LZMA2 liefern. Dies trifft insbesondere auf Audiodaten zu, die sich zum Beispiel mit flac(1) schneller und besser komprimieren lassen.
Unterstützte Optionen:
dist=Abstand
gibt den Abstand der Delta-Berechnung in Byte an. Zulässige Werte für den Abstand sind 1 bis 256. Der Vorgabewert ist 1.
Zum Beispiel wird mit dist=2 und der 8-Byte-Eingabe A1 B1 A2 B3 A3 B5 A4 B7 die Ausgabe A1 B1 01 02 01 02 01 02 sein.

-q, --quiet
unterdrückt Warnungen und Hinweise. Geben Sie dies zweimal an, um auch Fehlermeldungen zu unterdrücken. Diese Option wirkt sich nicht auf den Exit-Status aus. Das bedeutet, das selbst bei einer unterdrückten Warnung der Exit-Status zur Anzeige einer Warnung dennoch verwendet wird.
-v, --verbose
bewirkt ausführliche Ausgaben. Wenn die Standardfehlerausgabe mit einem Terminal verbunden ist, zeigt xz den Fortschritt an. Durch zweimalige Angabe von --verbose wird die Ausgabe noch ausführlicher.
Der Fortschrittsanzeiger stellt die folgenden Informationen dar:
  • Der Prozentsatz des Fortschritts wird angezeigt, wenn die Größe der Eingabedatei bekannt ist. Das bedeutet, dass der Prozentsatz in Weiterleitungen (Pipes) nicht angezeigt werden kann.
  • Menge der erzeugten komprimierten Daten (bei der Kompression) oder der verarbeiteten Daten (bei der Dekompression).
  • Menge der verarbeiteten unkomprimierten Daten (bei der Kompression) oder der erzeugten Daten (bei der Dekompression).
  • Kompressionsverhältnis, das mittels Dividieren der Menge der bisher komprimierten Daten durch die Menge der bisher verarbeiteten unkomprimierten Daten ermittelt wird.
  • Kompressions- oder Dekompressionsgeschwindigkeit. Diese wird anhand der Menge der unkomprimierten verarbeiteten Daten (bei der Kompression) oder der Menge der erzeugten Daten (bei der Dekompression) pro Sekunde gemessen. Die Anzeige startet einige Sekunden nachdem xz mit der Verarbeitung der Datei begonnen hat.
  • Die vergangene Zeit im Format M:SS oder H:MM:SS.
  • Die geschätzte verbleibende Zeit wird nur angezeigt, wenn die Größe der Eingabedatei bekannt ist und bereits einige Sekunden vergangen sind, nachdem xz mit der Verarbeitung der Datei begonnen hat. Die Zeit wird in einem weniger präzisen Format ohne Doppelpunkte angezeigt, zum Beispiel 2 min 30 s.
Wenn die Standardfehlerausgabe kein Terminal ist, schreibt xz mit --verbose nach dem Komprimieren oder Dekomprimieren der Datei in einer einzelnen Zeile den Dateinamen, die komprimierte Größe, die unkomprimierte Größe, das Kompressionsverhältnis und eventuell auch die Geschwindigkeit und die vergangene Zeit in die Standardfehlerausgabe. Die Geschwindigkeit und die vergangene Zeit werden nur angezeigt, wenn der Vorgang mindestens ein paar Sekunden gedauert hat. Wurde der Vorgang nicht beendet, zum Beispiel weil ihn der Benutzer abgebrochen hat, wird außerdem der Prozentsatz des erreichten Verarbeitungsfortschritts aufgenommen, sofern die Größe der Eingabedatei bekannt ist.
-Q, --no-warn
setzt den Exit-Status nicht auf 2, selbst wenn eine Bedingung erfüllt ist, die eine Warnung gerechtfertigt hätte. Diese Option wirkt sich nicht auf die Ausführlichkeitsstufe aus, daher müssen sowohl --quiet als auch --no-warn angegeben werden, um einerseits keine Warnungen anzuzeigen und andererseits auch den Exit-Status nicht zu ändern.
--robot
gibt Meldungen in einem maschinenlesbaren Format aus. Dadurch soll das Schreiben von Frontends erleichtert werden, die xz anstelle von Liblzma verwenden wollen, was in verschiedenen Skripten der Fall sein kann. Die Ausgabe mit dieser aktivierten Option sollte über mehrere xz-Veröffentlichungen stabil sein. Details hierzu finden Sie im Abschnitt ROBOTER-MODUS.
--info-memory
zeigt in einem menschenlesbaren Format an, wieviel physischen Speicher (RAM) das System nach Annahme von xz hat, sowie die Speicherbedarfsbegrenzung für Kompression und Dekompression, und beendet das Programm erfolgreich.
-h, --help
zeigt eine Hilfemeldung mit den am häufigsten genutzten Optionen an und beendet das Programm erfolgreich.
-H, --long-help
zeigt eine Hilfemeldung an, die alle Funktionsmerkmale von xz beschreibt und beendet das Programm erfolgreich.
-V, --version
zeigt die Versionsnummer von xz und Liblzma in einem menschenlesbaren Format an. Um eine maschinell auswertbare Ausgabe zu erhalten, geben Sie --robot vor --version an.

Der Roboter-Modus wird mit der Option --robot aktiviert. Er bewirkt, dass die Ausgabe von xz leichter von anderen Programmen ausgewertet werden kann. Gegenwärtig wird --robot nur zusammen mit --version, --info-memory und --list unterstützt. In der Zukunft wird dieser Modus auch für Kompression und Dekompression unterstützt.

xz --robot --version gibt die Versionsnummern von xz und Liblzma im folgenden Format aus:

XZ_VERSION=XYYYZZZS
LIBLZMA_VERSION=XYYYZZZS

X
Hauptversion.
YYY
Unterversion. Gerade Zahlen bezeichnen eine stabile Version. Ungerade Zahlen bezeichnen Alpha- oder Betaversionen.
ZZZ
Patch-Stufe für stabile Veröffentlichungen oder einfach nur ein Zähler für Entwicklungsversionen.
S
Stabilität. 0 ist Alpha, 1 ist Beta und 2 ist stabil. S sollte immer 2 sein, wenn YYY eine gerade Zahl ist.

XYYYZZZS sind in beiden Zeilen gleich, sofern xz und Liblzma aus der gleichen Veröffentlichung der XZ-Utils stammen.

Beispiele: 4.999.9beta ist 49990091 und 5.0.0 is 50000002.

xz --robot --info-memory gibt eine einzelne Zeile mit drei durch Tabulatoren getrennten Spalten aus:
1.
Gesamter physischer Speicher (RAM) in Byte
2.
Speicherbedarfsbegrenzung für die Kompression in Byte. Ein spezieller Wert von Null bezeichnet die Standardeinstellung, die im Einzelthread-Modus bedeutet, dass keine Begrenzung vorhanden ist.
3.
Speicherbedarfsbegrenzung für die Dekompression in Byte. Ein spezieller Wert von Null bezeichnet die Standardeinstellung, die im Einzelthread-Modus bedeutet, dass keine Begrenzung vorhanden ist.

In der Zukunft könnte die Ausgabe von xz --robot --info-memory weitere Spalten enthalten, aber niemals mehr als eine einzelne Zeile.

xz --robot --list verwendet eine durch Tabulatoren getrennte Ausgabe. In der ersten Spalte jeder Zeile bezeichnet eine Zeichenkette den Typ der Information, die in dieser Zeile enthalten ist:
name
Dies ist stets die erste Zeile, wenn eine Datei aufgelistet wird. Die zweite Spalte in der Zeile enthält den Dateinamen.
file
Diese Zeile enthält allgemeine Informationen zur .xz-Datei. Diese Zeile wird stets nach der name-Zeile ausgegeben.
stream
Dieser Zeilentyp wird nur verwendet, wenn --verbose angegeben wurde. Es gibt genau so viele stream-Zeilen, wie Datenströme in der .xz-Datei enthalten sind.
block
Dieser Zeilentyp wird nur verwendet, wenn --verbose angegeben wurde. Es gibt so viele block-Zeilen, wie Blöcke in der .xz-Datei. Die block-Zeilen werden nach allen stream-Zeilen angezeigt; verschiedene Zeilentypen werden nicht verschachtelt.
summary
Dieser Zeilentyp wird nur verwendet, wenn --verbose zwei Mal angegeben wurde. Diese Zeile wird nach allen block-Zeilen ausgegeben. Wie die file-Zeile enthält die summary-Zeile allgemeine Informationen zur .xz-Datei.
totals
Diese Zeile ist immer die letzte der Listenausgabe. Sie zeigt die Gesamtanzahlen und -größen an.

Die Spalten der file-Zeilen:

2.
Anzahl der Datenströme in der Datei
3.
Gesamtanzahl der Blöcke in den Datenströmen
4.
Komprimierte Größe der Datei
5.
Unkomprimierte Größe der Datei
6.
Das Kompressionsverhältnis, zum Beispiel 0.123. Wenn das Verhältnis über 9.999 liegt, werden drei Minuszeichen (---) anstelle des Kompressionsverhältnisses angezeigt.
7.
Durch Kommata getrennte Liste der Namen der Integritätsprüfungen. Für die bekannten Überprüfungstypen werden folgende Zeichenketten verwendet: None, CRC32, CRC64 und SHA-256. Unbek.N wird verwendet, wobei N die Kennung der Überprüfung als Dezimalzahl angibt (ein- oder zweistellig).
8.
Gesamtgröße der Datenstromauffüllung in der Datei

Die Spalten der stream-Zeilen:

2.
Datenstromnummer (der erste Datenstrom ist 1)
3.
Anzahl der Blöcke im Datenstrom
4.
Komprimierte Startposition
5.
Unkomprimierte Startposition
6.
Komprimierte Größe (schließt die Datenstromauffüllung nicht mit ein)
7.
Unkomprimierte Größe
8.
Kompressionsverhältnis
9.
Name der Integritätsprüfung
10.
Größe der Datenstromauffüllung

Die Spalten der block-Zeilen:

2.
Anzahl der in diesem Block enthaltenen Datenströme
3.
Blocknummer relativ zum Anfang des Datenstroms (der erste Block ist 1)
4.
Blocknummer relativ zum Anfang der Datei
5.
Komprimierter Startversatz relativ zum Beginn der Datei
6.
Unkomprimierter Startversatz relativ zum Beginn der Datei
7.
Komprimierte Gesamtgröße des Blocks (einschließlich Header)
8.
Unkomprimierte Größe
9.
Kompressionsverhältnis
10.
Name der Integritätsprüfung

Wenn --verbose zwei Mal angegeben wurde, werden zusätzliche Spalten in die block-Zeilen eingefügt. Diese werden mit einem einfachen --verbose nicht angezeigt, da das Ermitteln dieser Informationen viele Suchvorgänge erfordert und daher recht langsam sein kann:

11.
Wert der Integritätsprüfung in hexadezimaler Notation
12.
Block-Header-Größe
13.
Block-Schalter: c gibt an, dass die komprimierte Größe verfügbar ist, und u gibt an, dass die unkomprimierte Größe verfügbar ist. Falls der Schalter nicht gesetzt ist, wird stattdessen ein Bindestrich (-) angezeigt, um die Länge der Zeichenkette beizubehalten. In Zukunft könnten neue Schalter am Ende der Zeichenkette hinzugefügt werden.
14.
Größe der tatsächlichen komprimierten Daten im Block. Ausgeschlossen sind hierbei die Block-Header, die Blockauffüllung und die Prüffelder.
15.
Größe des Speichers (in Byte), der zum Dekomprimieren dieses Blocks mit dieser xz-Version benötigt wird.
16.
Filterkette. Beachten Sie, dass die meisten der bei der Kompression verwendeten Optionen nicht bekannt sein können, da in den .xz-Headern nur die für die Dekompression erforderlichen Optionen gespeichert sind.

Die Spalten der summary-Zeilen:

2.
Größe des Speichers (in Byte), der zum Dekomprimieren dieser Datei mit dieser xz-Version benötigt wird.
3.
yes oder no geben an, ob in allen Block-Headern sowohl die komprimierte als auch die unkomprimierte Größe gespeichert ist.

Seit xz 5.1.2alpha:

4.
Minimale xz-Version, die zur Dekompression der Datei erforderlich ist

Die Spalten der totals-Zeile:

2.
Anzahl der Datenströme
3.
Anzahl der Blöcke
4.
Komprimierte Größe
5.
Unkomprimierte Größe
6.
Durchschnittliches Kompressionsverhältnis
7.
Durch Kommata getrennte Liste der Namen der Integritätsprüfungen, die in den Dateien präsent waren.
8.
Größe der Datenstromauffüllung
9.
Anzahl der Dateien. Dies dient dazu, die Reihenfolge der vorigen Spalten an die in den file-Zeilen anzugleichen.

Wenn --verbose zwei Mal angegeben wird, werden zusätzliche Spalten in die totals-Zeile eingefügt:

10.
Maximale Größe des Speichers (in Byte), der zum Dekomprimieren der Dateien mit dieser xz-Version benötigt wird.
11.
yes oder no geben an, ob in allen Block-Headern sowohl die komprimierte als auch die unkomprimierte Größe gespeichert ist.

Seit xz 5.1.2alpha:

12.
Minimale xz-Version, die zur Dekompression der Datei erforderlich ist

Zukünftige Versionen könnten neue Zeilentypen hinzufügen, weiterhin könnten auch in den vorhandenen Zeilentypen weitere Spalten hinzugefügt werden, aber die existierenden Spalten werden nicht geändert.

0
Alles ist in Ordnung.
1
Ein Fehler ist aufgetreten.
2
Es ist etwas passiert, das eine Warnung rechtfertigt, aber es sind keine tatsächlichen Fehler aufgetreten.

In die Standardausgabe geschriebene Hinweise (keine Warnungen oder Fehler), welche den Exit-Status nicht beeinflussen.

xz wertet eine durch Leerzeichen getrennte Liste von Optionen in den Umgebungsvariablen XZ_DEFAULTS und XZ_OPT aus (in dieser Reihenfolge), bevor die Optionen aus der Befehlszeile ausgewertet werden. Beachten Sie, dass beim Auswerten der Umgebungsvariablen nur Optionen berücksichtigt werden; alle Einträge, die keine Optionen sind, werden stillschweigend ignoriert. Die Auswertung erfolgt mit getopt_long(3), welches auch für die Befehlszeilenargumente verwendet wird.
XZ_DEFAULTS
Benutzerspezifische oder systemweite Standardoptionen. Typischerweise werden diese in einem Shell-Initialisierungsskript gesetzt, um die Speicherbedarfsbegrenzung von xz standardmäßig zu aktivieren. Außer bei Shell-Initialisierungsskripten und in ähnlichen Spezialfällen darf die Variable XZ_DEFAULTS in Skripten niemals gesetzt oder außer Kraft gesetzt werden.
XZ_OPT
Dies dient der Übergabe von Optionen an xz, wenn es nicht möglich ist, die Optionen direkt in der Befehlszeile von xz zu übergeben. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn xz von einem Skript oder Dienstprogramm ausgeführt wird, zum Beispiel GNU tar(1):

XZ_OPT=-2v tar caf foo.tar.xz foo
Skripte können XZ_OPT zum Beispiel zum Setzen skriptspezifischer Standard-Kompressionsoptionen verwenden. Es ist weiterhin empfehlenswert, Benutzern die Außerkraftsetzung von XZ_OPT zu erlauben, falls dies angemessen ist. Zum Beispiel könnte in sh(1)-Skripten Folgendes stehen:

XZ_OPT=${XZ_OPT-"-7e"}
export XZ_OPT

Die Befehlszeilensyntax von xz ist praktisch eine Obermenge der von lzma, unlzma und lzcat in den LZMA-Utils der Versionen 4.32.x. In den meisten Fällen sollte es möglich sein, die LZMA-Utils durch die XZ-Utils zu ersetzen, ohne vorhandene Skripte ändern zu müssen. Dennoch gibt es einige Inkompatibilitäten, die manchmal Probleme verursachen können.

Die Nummerierung der Voreinstellungsstufen der Kompression ist in xz und den LZMA-Utils unterschiedlich. Der wichtigste Unterschied ist die Zuweisung der Wörterbuchgrößen zu den verschiedenen Voreinstellungsstufen. Die Wörterbuchgröße ist etwa gleich dem Speicherbedarf bei der Dekompression.

Stufe xz LZMA-Utils
-0 256 KiB nicht verfügbar
-1 1 MiB 64 KiB
-2 2 MiB 1 MiB
-3 4 MiB 512 KiB
-4 4 MiB 1 MiB
-5 8 MiB 2 MiB
-6 8 MiB 4 MiB
-7 16 MiB 8 MiB
-8 32 MiB 16 MiB
-9 64 MiB 32 MiB

Die Unterschiede in der Wörterbuchgröße beeinflussen auch den Speicherbedarf bei der Kompression, aber es gibt noch einige andere Unterschiede zwischen den LZMA-Utils und den XZ-Utils, die die Kluft noch vergrößern:

Stufe xz LZMA-Utils 4.32.x
-0 3 MiB nicht verfügbar
-1 9 MiB 2 MiB
-2 17 MiB 12 MiB
-3 32 MiB 12 MiB
-4 48 MiB 16 MiB
-5 94 MiB 26 MiB
-6 94 MiB 45 MiB
-7 186 MiB 83 MiB
-8 370 MiB 159 MiB
-9 674 MiB 311 MiB

Die standardmäßige Voreinstellungsstufe in den LZMA-Utils ist -7, während diese in den XZ-Utils -6 ist, daher verwenden beide standardmäßig ein 8 MiB großes Wörterbuch.

Die unkomprimierte Größe der Datei kann in den .lzma-Headern gespeichert werden. Die LZMA-Utils tun das beim Komprimieren gewöhnlicher Dateien. Als Alternative kann die unkomprimierte Größe als unbekannt markiert und eine Nutzdatenende-Markierung (end-of-payload) verwendet werden, um anzugeben, wo der Dekompressor stoppen soll. Die LZMA-Utils verwenden diese Methode, wenn die unkomprimierte Größe unbekannt ist, was beispielsweise in Pipes (Befehlsverkettungen) der Fall ist.

xz unterstützt die Dekompression von .lzma-Dateien mit oder ohne Nutzdatenende-Markierung, aber alle von xz erstellten .lzma-Dateien verwenden diesen Nutzdatenende-Markierung, wobei die unkomprimierte Größe in den .lzma-Headern als unbekannt markiert wird. Das könnte in einigen unüblichen Situationen ein Problem sein. Zum Beispiel könnte ein .lzma-Dekompressor in einem Gerät mit eingebettetem System nur mit Dateien funktionieren, deren unkomprimierte Größe bekannt ist. Falls Sie auf dieses Problem stoßen, müssen Sie die LZMA-Utils oder das LZMA-SDK verwenden, um .lzma-Dateien mit bekannter unkomprimierter Größe zu erzeugen.

Das .lzma-Format erlaubt lc-Werte bis zu 8 und lp-Werte bis zu 4. Die LZMA-Utils können Dateien mit beliebigem lc und lp dekomprimieren, aber erzeugen immer Dateien mit lc=3 und lp=0. Das Erzeugen von Dateien mit anderem lc und lp ist mit xz und mit dem LZMA-SDK möglich.

Die Implementation des LZMA-Filters in liblzma setzt voraus, dass die Summe von lc und lp nicht größer als 4 ist. Daher können .lzma-Dateien, welche diese Begrenzung überschreiten, mit xz nicht dekomprimiert werden.

Die LZMA-Utils erzeugen nur .lzma-Dateien mit einer Wörterbuchgröße von 2^n (einer Zweierpotenz), aber akzeptieren Dateien mit einer beliebigen Wörterbuchgröße. Liblzma akzeptiert nur .lzma-Dateien mit einer Wörterbuchgröße von 2^n oder 2^n + 2^(n-1). Dies dient zum Verringern von Fehlalarmen beim Erkennen von .lzma-Dateien.

Diese Einschränkungen sollten in der Praxis kein Problem sein, da praktisch alle .lzma-Dateien mit Einstellungen komprimiert wurden, die Liblzma akzeptieren wird.

Bei der Dekompression ignorieren die LZMA-Utils stillschweigend alles nach dem ersten .lzma-Datenstrom. In den meisten Situationen ist das ein Fehler. Das bedeutet auch, dass die LZMA-Utils die Dekompression verketteter .lzma-Dateien nicht unterstützen.

Wenn nach dem ersten .lzma-Datenstrom Daten verbleiben, erachtet xz die Datei als beschädigt, es sei denn, die Option --single-stream wurde verwendet. Dies könnte die Ausführung von Skripten beeinflussen, die davon ausgehen, dass angehängter Datenmüll ignoriert wird.

Die exakte komprimierte Ausgabe, die aus der gleichen unkomprimierten Eingabedatei erzeugt wird, kann zwischen den Versionen der XZ-Utils unterschiedlich sein, selbst wenn die Kompressionsoptionen identisch sind. Das kommt daher, weil der Kodierer verbessert worden sein könnte (hinsichtlich schnellerer oder besserer Kompression), ohne das Dateiformat zu beeinflussen. Die Ausgabe kann sogar zwischen verschiedenen Programmen der gleichen Version der XZ-Utils variieren, wenn bei der Erstellung des Binärprogramms unterschiedliche Optionen verwendet wurden.

Sobald --rsyncable implementiert wurde, bedeutet das, dass die sich ergebenden Dateien nicht notwendigerweise mit Rsync abgeglichen werden können, außer wenn die alte und neue Datei mit der gleichen xz-Version erzeugt wurden. Das Problem kann beseitigt werden, wenn ein Teil der Encoder-Implementierung eingefroren wird, um die mit Rsync abgleichbare Ausgabe über xz-Versionsgrenzen hinweg stabil zu halten.

Eingebettete .xz-Dekompressor-Implementierungen wie XZ Embedded unterstützen nicht unbedingt Dateien, die mit anderen Integritätsprüfungen (Prüfung-Typen) als none und crc32 erzeugt wurden. Da --check=crc64 die Voreinstellung ist, müssen Sie --check=none oder --check=crc32 verwenden, wenn Sie Dateien für eingebettete Systeme erstellen.

Außerhalb eingebetteter Systeme unterstützen die Dekompressoren des .xz-Formats alle Prüfung-Typen oder sind mindestens in der Lage, die Datei zu dekomprimieren, ohne deren Integrität zu prüfen, wenn die bestimmte Prüfung nicht verfügbar ist.

XZ Embedded unterstützt BCJ-Filter, aber nur mit dem vorgegebenen Startversatz.

Komprimiert die Datei foo mit der Standard-Kompressionsstufe (-6) zu foo.xz und entfernt foo nach erfolgreicher Kompression:

xz foo

bar.xz in bar dekomprimieren und bar.xz selbst dann nicht löschen, wenn die Dekompression erfolgreich war:

xz -dk bar.xz

baz.tar.xz mit der Voreinstellung -4e (-4 --extreme) erzeugen, was langsamer ist als beispielsweise die Vorgabe -6, aber weniger Speicher für Kompression und Dekompression benötigt (48 MiB beziehungsweise 5 MiB):

tar cf - baz | xz -4e > baz.tar.xz

Eine Mischung aus komprimierten und unkomprimierten Dateien kann mit einem einzelnen Befehl dekomprimiert in die Standardausgabe geschrieben werden:

xz -dcf a.txt b.txt.xz c.txt d.txt.lzma > abcd.txt

Auf GNU- und *BSD-Systemen können find(1) und xargs(1) zum Parallelisieren der Kompression vieler Dateien verwendet werden:

find . -type f \! -name '*.xz' -print0 \
    | xargs -0r -P4 -n16 xz -T1

Die Option -P von xargs(1) legt die Anzahl der parallelen xz-Prozesse fest. Der beste Wert für die Option -n hängt davon ab, wie viele Dateien komprimiert werden sollen. Wenn es sich nur um wenige Dateien handelt, sollte der Wert wahrscheinlich 1 sein; bei Zehntausenden von Dateien kann 100 oder noch mehr angemessener sein, um die Anzahl der xz-Prozesse zu beschränken, die xargs(1) schließlich erzeugen wird.

Die Option -T1 für xz dient dazu, den Einzelthread-Modus zu erzwingen, da xargs(1) zur Steuerung des Umfangs der Parallelisierung verwendet wird.

Berechnen, wie viel Byte nach der Kompression mehrerer Dateien insgesamt eingespart wurden:

xz --robot --list *.xz | awk '/^totals/{print $5-$4}'

Ein Skript könnte abfragen wollen, ob es ein xz verwendet, das aktuell genug ist. Das folgende sh(1)-Skript prüft, ob die Versionsnummer des Dienstprogramms xz mindestens 5.0.0 ist. Diese Methode ist zu alten Beta-Versionen kompatibel, welche die Option --robot nicht unterstützen:

if ! eval "$(xz --robot --version 2> /dev/null)" ||
        [ "$XZ_VERSION" -lt 50000002 ]; then
    echo "Ihre Version von Xz ist zu alt."
fi
unset XZ_VERSION LIBLZMA_VERSION

Eine Speicherbedarfsbegrenzung für die Dekompression mit XZ_OPT setzen, aber eine bereits gesetzte Begrenzung nicht erhöhen:

NEWLIM=$((123 << 20))  # 123 MiB
OLDLIM=$(xz --robot --info-memory | cut -f3)
if [ $OLDLIM -eq 0 -o $OLDLIM -gt $NEWLIM ]; then
    XZ_OPT="$XZ_OPT --memlimit-decompress=$NEWLIM"
    export XZ_OPT
fi

Der einfachste Anwendungsfall für benutzerdefinierte Filterketten ist die Anpassung von LZMA2-Voreinstellungsstufen. Das kann nützlich sein, weil die Voreinstellungen nur einen Teil der potenziell sinnvollen Kombinationen aus Kompressionseinstellungen abdecken.

Die KompCPU-Spalten der Tabellen aus den Beschreibungen der Optionen -0-9 und --extreme sind beim Anpassen der LZMA2-Voreinstellungen nützlich. Diese sind die relevanten Teile aus diesen zwei Tabellen:

Voreinstellung KompCPU
-0 0
-1 1
-2 2
-3 3
-4 4
-5 5
-6 6
-5e 7
-6e 8

Wenn Sie wissen, dass eine Datei für eine gute Kompression ein etwas größeres Wörterbuch benötigt (zum Beispiel 32 MiB), aber Sie sie schneller komprimieren wollen, als dies mit xz -8 geschehen würde, kann eine Voreinstellung mit einem niedrigen KompCPU-Wert (zum Beispiel 1) dahingehend angepasst werden, ein größeres Wörterbuch zu verwenden:

xz --lzma2=preset=1,dict=32MiB foo.tar

Mit bestimmten Dateien kann der obige Befehl schneller sein als xz -6, wobei die Kompression deutlich besser wird. Dennoch muss betont werden, dass nur wenige Dateien von einem größeren Wörterbuch profitieren, wenn der KompCPU-Wert niedrig bleibt. Der offensichtlichste Fall, in dem ein größeres Wörterbuch sehr hilfreich sein kann, ist ein Archiv, das einander sehr ähnliche Dateien enthält, die jeweils wenigstens einige Megabyte groß sind. Das Wörterbuch muss dann deutlich größer sein als die einzelne Datei, damit LZMA2 den größtmöglichen Vorteil aus den Ähnlichkeiten der aufeinander folgenden Dateien zieht.

Wenn hoher Speicherbedarf für Kompression und Dekompression kein Problem ist und die zu komprimierende Datei mindestens einige Hundert Megabyte groß ist, kann es sinnvoll sein, ein noch größeres Wörterbuch zu verwenden, als die 64 MiB, die mit xz -9 verwendet werden würden:

xz -vv --lzma2=dict=192MiB big_foo.tar

Die Verwendung von -vv (--verbose --verbose) wie im obigen Beispiel kann nützlich sein, um den Speicherbedarf für Kompressor und Dekompressor zu sehen. Denken Sie daran, dass ein Wörterbuch, das größer als die unkomprimierte Datei ist, Speicherverschwendung wäre. Daher ist der obige Befehl für kleine Dateien nicht sinnvoll.

Manchmal spielt die Kompressionszeit keine Rolle, aber der Speicherbedarf bei der Dekompression muss gering gehalten werden, zum Beispiel um die Datei auf eingebetteten Systemen dekomprimieren zu können. Der folgende Befehl verwendet -6e (-6 --extreme) als Basis und setzt die Wörterbuchgröße auf nur 64 KiB. Die sich ergebende Datei kann mit XZ Embedded (aus diesem Grund ist dort --check=crc32) mit nur etwa 100 KiB Speicher dekomprimiert werden.

xz --check=crc32 --lzma2=preset=6e,dict=64KiB foo

Wenn Sie so viele Byte wie möglich herausquetschen wollen, kann die Anpassung der Anzahl der literalen Kontextbits (lc) und der Anzahl der Positionsbits (pb) manchmal hilfreich sein. Auch die Anpassung der Anzahl der literalen Positionsbits (lp) könnte helfen, aber üblicherweise sind lc und pb wichtiger. Wenn ein Quellcode-Archiv zum Beispiel hauptsächlich ASCII-Text enthält, könnte ein Aufruf wie der folgende eine etwas kleinere Datei (etwa 0,1 %) ergeben als mit xz -6e (versuchen Sie es auch lc=4):

xz --lzma2=preset=6e,pb=0,lc=4 Quellcode.tar

Die Verwendung eines anderen Filters mit LZMA2 kann die Kompression bei verschiedenen Dateitypen verbessern. So könnten Sie eine gemeinsam genutzte Bibliothek der Architekturen x86-32 oder x86-64 mit dem BCJ-Filter für x86 komprimieren:

xz --x86 --lzma2 libfoo.so

Beachten Sie, dass die Reihenfolge der Filteroptionen von Bedeutung ist. Falls --x86 nach --lzma2 angegeben wird, gibt xz einen Fehler aus, weil nach LZMA2 kein weiterer Filter sein darf und auch weil der BCJ-Filter für x86 nicht als letzter Filter in der Filterkette gesetzt werden darf.

Der Delta-Filter zusammen mit LZMA2 kann bei Bitmap-Bildern gute Ergebnisse liefern. Er sollte üblicherweise besser sein als PNG, welches zwar einige fortgeschrittene Filter als ein simples delta bietet, aber für die eigentliche Kompression »Deflate« verwendet.

Das Bild muss in einem unkomprimierten Format gespeichert werden, zum Beispiel als unkomprimiertes TIFF. Der Abstandsparameter des Delta-Filters muss so gesetzt werden, dass er der Anzahl der Bytes pro Pixel im Bild entspricht. Zum Beispiel erfordert ein 24-Bit-RGB-Bitmap dist=3, außerdem ist es gut, pb=0 an LZMA2 zu übergeben, um die 3-Byte-Ausrichtung zu berücksichtigen:

xz --delta=dist=3 --lzma2=pb=0 foo.tiff

Wenn sich mehrere Bilder in einem einzelnen Archiv befinden (zum Beispiel .tar), funktioniert der Delta-Filter damit auch, sofern alle Bilder im Archiv die gleiche Anzahl Bytes pro Pixel haben.

xzdec(1), xzdiff(1), xzgrep(1), xzless(1), xzmore(1), gzip(1), bzip2(1), 7z(1)

XZ Utils: <https://tukaani.org/xz/>
XZ Embedded: <https://tukaani.org/xz/embedded.html>
LZMA-SDK: <http://7-zip.org/sdk.html>

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Mario Blättermann <mario.blaettermann@gmail.com> erstellt.

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19. April 2017 Tukaani